Preis steigt auf 66,80 Euro – Kritik von Umweltverbänden
Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro pro Monat und damit 3,80 Euro mehr als bisher. Dies gab der Koordinierungsrat Deutschlandticket bekannt, in dem Vertreter von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und der Verkehrsbranche sitzen. Erstmals wurde der Preis anhand eines Kostenindexes berechnet, der unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten berücksichtigt, wie die Verkehrsministerkonferenz der Länder mitteilte. Auch das Jobticket und das Semesterticket werden teurer: Das Jobticket kostet künftig 63,46 Euro, das Semesterticket 40,08 Euro. Aktuell nutzen etwa 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, das bundesweit im Nah- und Regionalverkehr gilt. Bund und Länder finanzieren das Angebot mit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, um Verluste der Verkehrsbetriebe auszugleichen.
BUND kritisiert Tankrabatt statt Ticket-Stabilität
Kritik an der Preiserhöhung kam bereits im Vorfeld von Umwelt- und Fahrgastverbänden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezeichnete es als inakzeptabel, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro für einen Tankrabatt freimache, das Deutschlandticket aber nicht preisstabil halten könne, wie der Spiegel berichtet. Jens Hilgenberg, Leiter für Verkehrspolitik beim BUND, betonte, die ständigen Diskussionen um das Ticket erzeugten Unsicherheiten und erschwerten langfristige Planbarkeit für die Nutzer. Auch Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender von Pro Bahn, nahm die Erhöhung nur „zähneknirschend“ hin und verwies auf den Tankrabatt, der seiner Meinung nach auch für Nutzer des Deutschlandtickets gelten sollte.
Koalitionsbruch bei Deutschlandticket-Preisgarantie
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kritisierte, die Bundesregierung habe im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen. Dass nun ein automatisierter Mechanismus über den Preis entscheide, sei schade, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt. Krischer betonte, je mehr Menschen das Ticket nutzten, desto stabiler könne der Preis langfristig bleiben. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hingegen betonte, das Deutschlandticket bleibe trotz der Erhöhung ein attraktives Angebot für klimafreundliche Mobilität. Bund und Länder hätten die Finanzierung bis 2030 gesichert, um das Angebot verlässlich zu halten.
Verkehrsunternehmen fürchten neue Kostenbelastung
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen begrüßte den Beschluss des Koordinierungsrats, da er frühzeitig Klarheit für Fahrgäste und Verkehrsunternehmen schaffe. Gleichzeitig räumte der Verband ein, dass die Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Nutzer schmerzhaft sei. Die allgemeinen Kostensteigerungen träfen auch die Verkehrsunternehmen hart, wie die Welt berichtet. Die neue Preisgestaltung soll verhindern, dass jedes Jahr ein politischer Streit über die Finanzierung des Tickets ausbricht.