Deutsche Unternehmen investieren so wenig in Forschung und Entwicklung wie seit 2008 nicht mehr. Laut einem aktuellen Bericht des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sinkt die Bereitschaft, Innovationen voranzutreiben, deutlich. Gleichzeitig steigt die Zahl der Betriebe, die ihre Aktivitäten zurückfahren.
Investitionsbereitschaft auf Tiefstand
Der Anteil der Unternehmen, die ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhen wollen, ist innerhalb von drei Jahren von 38 auf 25 Prozent gesunken. Das geht aus dem neuen Innovationsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor. Gleichzeitig planen 32 Prozent der Betriebe, ihre Investitionen in diesem Bereich zu reduzieren – doppelt so viele wie noch 2023 (15 Prozent).
Dem DIHK-Report zufolge verzichten Unternehmen nicht nur auf einzelne Projekte, sondern zunehmend auf Kompetenzen, Partnerschaften und Strukturen, die für künftige Innovationsvorhaben benötigt werden. Die Ergebnisse werden als "ein Warnsignal für den Standort" eingestuft, da weniger Investitionen langfristig die Produktivität, die technologische Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beeinträchtigen könnten.
Bürokratie bremst Innovationen aus
"Viele Unternehmen wollen den Innovationsmotor Deutschland weiter am Laufen halten", teilte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov dem “Handelsblatt” mit. Allerdings behinderten zunehmend bürokratische Hürden, langwierige Genehmigungsverfahren und unklare Rahmenbedingungen die Pläne der Unternehmen. Melnikov forderte daher mehr Freiräume für neue Ideen und verlässlichere politische Vorgaben.