Rund zwei Jahre lang setzte “Werk 2” auf individuelle Mode, starke Marken und persönlichen Service. Doch trotz begeisterter Stammkunden aus anderen Großstädten blieb der wirtschaftliche Erfolg in Osnabrück aus. Nun steht fest: Das Geschäft in der Krahnstraße wird voraussichtlich am 24. Dezember zum letzten Mal öffnen.
Begeisterte Kunden, aber zu wenig Umsatz
Mit einem besonderen Konzept und einem Angebot ausgewählter Marken wollte “Werk 2” Männer für individuelle Mode begeistern. Das Geschäft konnte sich in den vergangenen zwei Jahren durchaus eine treue Kundschaft aufbauen, wie die HASEPOST auf Nachfrage erfuhr. Vor allem Kunden aus anderen Großstädten hätten das Sortiment und den Service zu schätzen gewusst, erklärt Jochen Paulsmeyer.
„Wir haben zwar einen Kunden-Fan-Kreis in den zwei Jahren großteils aus anderen Großstädten gewinnen können. Diese gut kaufenden Kunden sind begeistert von dem Laden, dem Angebot und dem Service“, so Paulsmeyer. Doch die positive Resonanz dieser Kundengruppe reichte nicht aus, um das Geschäft langfristig wirtschaftlich zu betreiben. Insbesondere aus Osnabrück selbst entwickelte sich der Kundenkreis nicht wie erhofft. Die notwendige Wirtschaftlichkeit sei deshalb nicht in absehbarer Zeit zu erreichen gewesen.
Schwierige Zeiten für individuelle Männermode
Warum das Konzept vor Ort nicht ausreichend Fuß fassen konnte, lässt sich nicht auf einen einzelnen Grund zurückführen. Neben der ausbleibenden Nachfrage könnte auch die allgemeine Wirtschaftslage eine Rolle gespielt haben. Jochen Paulsmeyer vermutet, dass Männer in wirtschaftlich angespannten Zeiten eher bei Kleidung sparen.
Damit endet der Versuch, in Osnabrück ein Geschäft für hochwertige und individuelle Männermode dauerhaft zu etablieren. Dass es durchaus eine kaufkräftige und begeisterte Zielgruppe gibt, zeigen nach Angaben des Betreibers die Erfahrungen mit den Kunden aus anderen Städten. Für einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb vor Ort war diese Nachfrage jedoch offenbar nicht groß genug.
Mitarbeiterinnen finden neue Wege
Die Schließung hat auch Folgen für die Beschäftigten. Eine Teilzeitmitarbeiterin musste das Unternehmen bereits verlassen, hat inzwischen aber eine neue Stelle gefunden. Eine weitere langjährige Mitarbeiterin scheidet zum Jahresende aus. Sie plant ohnehin einen Umzug nach Süddeutschland.
Schlussstrich nach zwei Jahren
Die Entscheidung sei nicht leichtgefallen, betont Paulsmeyer. Dennoch habe es eine wirtschaftliche Grenze gegeben. Das Geschäft über weitere Jahre finanziell zu unterstützen, sei nicht mehr vertretbar gewesen. Als voraussichtlich letzter Öffnungstag ist der 24. Dezember vorgesehen.
Weitere Modegeschäfte schließen in Osnabrück
Generell hat es der Textileinzelhandel nicht leicht, weshalb sich auch andere Modegeschäfte aus der Friedensstadt verabschieden. So hat zero bereits am 20. Oktober seine Türen in der Großen Straße geschlossen. Bis Jahresende schließt die Filiale von Jack Wolfskin in der Lortzingstraße, während sich NinA Mode in der Bramscher Straße nach 26 Jahren aus Osnabrück verabschiedet.
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