Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Donnerstagmittag um 1,1 Prozent zugelegt. Marktanalysten begründen die Aufwärtsbewegung mit einer nachsichtigen Haltung der Anleger gegenüber Unternehmensbilanzen. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf anstehende Konjunkturdaten und die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank.
Anleger zeigen sich nachsichtig
Gegen 12:30 Uhr wurde der Dax mit rund 25.970 Punkten berechnet. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortags. "Die Anleger zeigen sich heute ausgesprochen nachsichtig gegenüber den Unternehmen und konzentrieren sich vor allem auf die positiven Aspekte der Berichtssaison", erklärte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.
Trotz durchwachsener Quartalszahlen entwickelte sich die Volkswagen-Aktie positiv. "Selbst die durchwachsenen Quartalszahlen von Volkswagen können die Kauflaune kaum trüben. Die Aktie schafft es im bisherigen Handelsverlauf sogar auf die Gewinnerseite." Lediglich Vonovia und einige andere Werte konnten der allgemeinen Aufwärtsbewegung nicht folgen. Lipkow verwies auf die Skepsis der Anleger gegenüber dem Immobiliensektor: "Besonders bei Vonovia zeigt sich allerdings, dass die Anleger weiterhin zwischen den einzelnen Geschäftsmodellen unterscheiden. Die Risiken im Immobiliensektor und das aus Sicht vieler Investoren begrenzte Kurspotenzial wiegen derzeit schwerer als die vorgelegten Geschäftszahlen."
Fokus auf EZB und US-Daten
Die Marktteilnehmer erwarten nun wichtige Impulse von der Europäischen Zentralbank (EZB) und US-Konjunkturdaten. "Der Blick richtet sich nun zunehmend auf die anstehende Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank. Im Mittelpunkt stehen die Einschätzungen zur weiteren Preisentwicklung in der Eurozone, insbesondere zu den Folgen der hohen Energiepreise. Gleichzeitig warten die Anleger auf wichtige US-Konjunkturdaten. Die Kombination aus Wachstums-, Arbeitsmarkt- und Inflationsindikatoren macht die heutigen Veröffentlichungen besonders aussagekräftig. Sie dürften entscheidende Hinweise darauf liefern, wie viel geldpolitischen Spielraum die Notenbanken in den kommenden Monaten tatsächlich besitzen". Die Kombination aus Wachstums-, Arbeitsmarkt- und Inflationsindikatoren könnte Aufschluss über den künftigen Spielraum der Notenbanken geben.
Parallel dazu notierte der Euro leicht schwächer bei 1,1148 US-Dollar. Der Goldpreis gab um 0,4 Prozent auf 4.035 US-Dollar pro Feinunze nach. Der Ölpreis der Sorte Brent sank um 1,1 Prozent auf 114,00 US-Dollar pro Fass.