Der Dax hat am Freitagmorgen mit einem Rückgang von 0,6 Prozent in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr stand der Leitindex bei rund 25.225 Punkten. Analysten sehen globale Risikofaktoren wie hohe Energiepreise und Inflationssorgen als Belastung.
Analysten sehen globale Risiken als Belastung
"Die Anleger bekommen angesichts der hohen Bewertungen im US-Technologiesektor zunehmend kalte Füße", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Dabei gehe es nicht mehr um grundsätzliche Wachstumsperspektiven künstlicher Intelligenz, sondern um die Frage, ob sich milliardenschwere Investitionen der Hyperscaler in Rechenzentren und Halbleiter in hohe Gewinne verwandeln ließen.
"Zusätzlichen Gegenwind liefern die anhaltend hohen Energiepreise und die wachsenden Inflationssorgen. Zwar ist der große Preisschock bislang ausgeblieben, doch die schleichenden Preissteigerungen werden für immer mehr Verbraucher spürbar. Die heute veröffentlichten japanischen Verbraucherpreise lagen mit einem Anstieg von 2,1 Prozent über den Erwartungen und dem Inflationsziel der Bank of Japan. Das verstärkte den Verkaufsdruck an den asiatischen Börsen, insbesondere in Japan, Südkorea und China. Die Kombination aus steigenden Lebenshaltungskosten und nachlassender Risikobereitschaft wird zunehmend zum Problem für die internationalen Aktienmärkte."
Europa und USA im Fokus der Anleger
"Auch in Europa fehlen derzeit überzeugende Argumente für neue Aktienkäufe. Die bisher uneinheitliche Berichtssaison zeigt, dass viele Unternehmen mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben. Gleichzeitig schwindet die Bereitschaft der Anleger, hohe Bewertungen allein mit optimistischen Zukunftserwartungen zu rechtfertigen. Die Börsen brauchen inzwischen mehr als nur gute Nachrichten. Sie brauchen handfeste Belege für nachhaltiges Wachstum und eine Entspannung bei den größten Risikofaktoren."
"Ein wichtiger Impuls könnte von den heute anstehenden Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA ausgehen. Sie werden zeigen, ob die Unternehmen trotz hoher Kosten und nachlassender Konsumneigung noch ausreichend wirtschaftliche Dynamik entwickeln können. Die Hoffnung bleibt, dass zumindest einzelne Branchen robust genug sind, um die zunehmende Schwäche beim privaten Verbrauch abzufedern."
Rohstoffmärkte uneinheitlich
"Für eine nachhaltige Stimmungsaufhellung dürfte es allerdings deutlich stärkere Impulse brauchen, etwa eine Deeskalation im Nahen Osten mit sinkenden Energiepreisen oder außergewöhnlich überzeugende Unternehmenszahlen", sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1201 US-Dollar, ein Dollar war für 0,8928 Euro zu haben. Der Goldpreis gab leicht nach und lag bei 4.015 US-Dollar pro Feinunze (-0,1 Prozent), was 115,24 Euro pro Gramm entspricht. Der Ölpreis (Brent) stieg dagegen auf 114,40 US-Dollar pro Fass (+1,1 Prozent).