Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat sich am Dienstagmittag leicht erholt und notierte mit einem Plus von 0,2 Prozent. Die Anleger bleiben jedoch zurückhaltend, da die Konsumlaune nachlässt und die Inflation das Kaufverhalten verändert. Experten warnen vor möglichen Belastungen für die Unternehmensgewinne.
Verhaltene Erholung trotz schwachem Start
Am Dienstag zeigte der Dax zunächst eine leicht negative Tendenz, drehte aber bis zum Mittag ins Plus. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 25.460 Punkten berechnet, was einem Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. An der Spitze der Kursentwicklung standen die Papiere von Siemens Energy, Infineon und Hochtief. Die Schlusslichter bildeten Mercedes-Benz, Beiersdorf und Rheinmetall.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, erklärte: “Zur Mittagszeit kommt dann doch etwas Bewegung in den Dax”. “Insgesamt aber halten sich die Anleger zurück, denn die jüngsten Quartalszahlen großer Konsumgüterkonzerne liefern wenig Anlass zur Zuversicht.” Die Zurückhaltung der Anleger begründete er mit den enttäuschenden Quartalszahlen großer Konsumgüterkonzerne wie Nestlé, Reckitt und Beiersdorf.
Konsumflaute erfasst auch Luxussegment
Die Verbraucher passen ihr Kaufverhalten zunehmend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten an. "Vor allem die Markenhersteller bekommen die wachsende Preissensibilität ihrer Kunden zu spüren." Lipkow betonte, dass sich die Konsumzurückhaltung nicht auf das klassische Massengeschäft beschränke. "Auch im Luxussegment haben die jüngsten Ergebnisse von Hermès und Louis Vuitton gezeigt, dass selbst zahlungskräftige Kunden vorsichtiger werden.” Selbst im Luxussegment, etwa bei Hermès und Louis Vuitton, würden Kunden vorsichtiger.
Die Inflation verändere nicht nur die Preise, sondern zunehmend auch das Verhalten der Käufer. "Für die Unternehmen wird es damit immer schwieriger, steigende Kosten weiterzugeben, ohne gleichzeitig Absatz und Marktanteile zu gefährden. Die Konsumflaute droht so zunehmend zu einer Belastung für die Gewinnmargen zu werden". Lipkow warnte, dass Unternehmen Schwierigkeiten hätten, Kostensteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben, ohne Absatz oder Marktanteile zu riskieren.
Währung und Ölpreis unter Druck
Parallel zur Entwicklung des Dax zeigte sich der Euro am Dienstagmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1150 US-Dollar, ein Dollar entsprach 0,8969 Euro.
Der Ölpreis gab ebenfalls nach: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 1,0 Prozent auf 114,60 US-Dollar.