Der sachsen-anhaltinische CDU-Politiker Alexander Räuscher empfiehlt seiner Partei, Ulrich Siegmund (AfD) im Dezember zum Ministerpräsidenten zu wählen. Räuscher, bis vor wenigen Tagen Landtagsabgeordneter in Magdeburg, begründet dies mit dem Wahlergebnis und übt zugleich scharfe Kritik an Siegmund.
Empfehlung trotz Vorbehalten
Der sachsen-anhaltinische CDU-Politiker Alexander Räuscher sagte dem "Tagesspiegel": "Das Wahlergebnis verlangt, dass Siegmund Ministerpräsident wird, die CDU sollte seine Wahl ermöglichen".
Die CDU solle bei der für Dezember angekündigten Wahl für Siegmund votieren, so Räuscher. "Nicht, weil sie seine Fans wären, sondern weil es das Wahlvolk will". Er habe "Bauchschmerzen, Siegmund im Landtag zu wählen", aber er würde es tun. "Da müssen wir jetzt durch. Ich will erleben, wie Herr Siegmund ein Wahlversprechen nach dem anderen abräumen muss und seine Wähler enttäuschen wird".
Scharfe Kritik an Siegmunds Eignung
Über Siegmund sagte Räuscher, dieser sei "alles andere als selbstbewusst." Sein Wort, sich nur einem ersten Wahlgang zu stellen, zeige das. "In Wahrheit will er gar nicht regieren, sondern sich in der Opposition verstecken. Er ist ein beruflich erfolgloser Schwadroneur, ein Drückeberger".
Die vier Stimmen, die Landtagspräsident Tobias Rausch (AfD) am Dienstag jenseits von AfD und BSW erhalten hat, führt Räuscher nicht allein auf CDU-Parlamentarier zurück. „Wir können nur spekulieren, wo die zusätzlichen vier Stimmen für Herrn Rausch herkommen“ dem „Tagesspiegel“, so der CDU-Politiker. „teils von der CDU, teils aus dem links-grün-roten Lager. Die nämlich wollen mit dem Finger auf uns, die CDU, zeigen.“