Die Wahlkampfauftritte von Schauspieler Dieter Hallervorden für die CDU Sachsen-Anhalt lösen parteiinterne Kritik aus. Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering zweifelt öffentlich an der Sinnhaftigkeit, mit Hallervordens Thesen zu werben. Hallervorden selbst attackierte zuvor Parteispitzen und schlug eine Koalition mit Duldung der Linken vor.
Angriffe auf Parteispitze und Koalitionsvorschlag
„Es bleibt eine offene Frage, wie sinnvoll es ist, mit den zum Teil kruden Thesen von Herrn Hallervorden als CDU zu werben“, sagte Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering dem „Tagesspiegel“.
Hallervorden hatte in den vergangenen Tagen bei mehreren Auftritten mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) Bundesvorsitzenden Friedrich Merz (CDU) angegriffen. Am Montagabend in Dessau richtete er sich zudem gegen die neue Generalsekretärin Franziska Hoppermann. Diese hatte zuvor seine Völkermord-Thesen zurückgewiesen. „Uns alle wird es noch geben, wenn Frau Hoppermann abgewählt ist.“
Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering betonte, es sei wichtig, dass Hoppermann klargestellt habe, wo die CDU bei „Grundsätzen“ stehe. Es gebe darüber keine Debatte.
Sachsen-Anhalt wählt am 6. September einen neuen Landtag. Aktuelle Umfragen sehen die AfD deutlich vor der CDU. Hallervorden schlug in diesem Kontext eine Koalition der CDU mit SPD und Grünen unter Duldung der Linken vor. Er riet der Partei, es sich „nicht mit den Linken zu verscherzen“. Die werde man „wahrscheinlich zur Tolerierung brauchen“.
Ministerpräsident Sven Schulze sagte zu dieser Frage, er sei mit Hallervorden nicht „immer hundertprozentig einer Meinung“.