Die Bundesnetzagentur hat in ihrer ersten Ausschreibung für Langzeitkapazitäten Förderzuschläge für den Bau neuer Reservekraftwerke vergeben. Elf Gebote mit einem Volumen von rund 5.160 Megawatt reduzierter Leistung (rMW) erhielten den Zuschlag. Die Anlagen sollen ab 2031 die Stromversorgung absichern, falls erneuerbare Energien nicht ausreichen.
Wettbewerb führt zu niedrigen Zuschlagswerten
Die Bundesnetzagentur hat in der ersten Runde ihrer Ausschreibung für Langzeitkapazitäten Förderzuschläge für den Bau von Reservekraftwerken erteilt. Das geplante Volumen lag bei 4.500 Megawatt reduzierter Leistung (rMW). Bis zum Gebotstermin gingen 41 Angebote mit einem Gesamtvolumen von rund 11.958 rMW ein. Sieben davon wurden ausgeschlossen, weil sie gesetzliche Vorgaben nicht erfüllten.
Letztlich erhielten elf Gebote Zuschläge mit einem Gesamtvolumen von etwa 5.160 rMW. Die Überschreitung des ursprünglichen Ausschreibungsvolumens erklärt sich dadurch, dass auch das erste Gebot berücksichtigt wurde, das die Grenze von 4.500 rMW überschritt. "In der Ausschreibung gab es einen intensiven Wettbewerb der unterschiedlichen Technologien – also Kraftwerken und Stromspeichern", erklärte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. Der intensive Wettbewerb habe zu vergleichsweise niedrigen Zuschlagswerten geführt. Der durchschnittliche Preis lag bei 155.296 Euro je rMW pro Jahr und damit deutlich unter dem Höchstpreis von 244.000 Euro.
Regionale Verteilung der Zuschläge
Die meisten Zuschläge gingen an Standorte in Nordrhein-Westfalen: rund 2.118 rMW verteilt auf drei Projekte. Brandenburg folgte mit etwa 1.819 rMW (vier Zuschläge), Sachsen mit 910 rMW (zwei Zuschläge). Bayern erhielt einen Zuschlag über 269 rMW, Baden-Württemberg einen über 45 rMW. "Die regionale Verteilung der Zuschläge trägt zukünftig zu einem sicheren Netzbetrieb bei."
Die Anlagen sollen ab 2031 als Reserve dienen, falls erneuerbare Energien die Stromnachfrage nicht decken können. Die Bundesnetzagentur betonte, die Ergebnisse seien ein wichtiger Schritt für eine langfristige und kosteneffiziente Absicherung der Versorgung.