Brandstiftung vermutet – Tatverdächtiger in Psychiatrie
Das historische Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden ist bei einem Großbrand am Freitagabend weitgehend zerstört worden. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, deutet alles auf Brandstiftung hin. Die Polizei hat einen 33-jährigen Mann festgenommen, der als dringend tatverdächtig gilt. Laut Staatsanwaltschaft Traunstein wurde der Beschuldigte aufgrund einer diagnostizierten psychischen Erkrankung vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Ein psychiatrisches Kurzgutachten habe konkrete Anhaltspunkte für eine mögliche psychische Erkrankung ergeben, wie die tz.de schreibt.
Einzeltäter mit Berchtesgadener Verbindungen
Auch ein politisches Motiv werde geprüft, hier seien die Ermittler jedoch erst am Anfang der Untersuchungen. Der Mann soll Bezüge zum Berchtesgadener Land haben, obwohl er seinen Wohnsitz in Berlin hat, wie bgland24.de berichtet. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus und hat keine Hinweise auf weitere Beteiligte. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt, wie Bartl Wimmer, Vorsitzender des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden, gegenüber dem BR erklärte.
Kehlsteinhaus soll wiederaufgebaut werden
Das Gebäude sei gut versichert, betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er kündigte an, dass das Kehlsteinhaus keine Ruine bleiben werde und ein Wiederaufbau geplant sei. Das Kehlsteinhaus, auch als „Eagle’s Nest“ bekannt, war 1938 als Repräsentationsgebäude der NS-Führung erbaut worden und diente seit 1952 als Berggaststätte. Mit rund 350.000 Besuchern jährlich zählte es zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns. In der Nacht zum Sonntag flammte das Feuer in der Brandruine erneut auf, wie die tz.de und bgland24.de übereinstimmend melden.
Schwierige Löscharbeiten in 1.834 Metern Höhe
Glutnester hatten sich in den Trümmern wieder entzündet, sodass die Feuerwehr erneut ausrücken musste. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der exponierten Lage in 1.834 Metern Höhe und der widrigen Wetterbedingungen mit Schnee und Eis als besonders schwierig. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Bergwacht, Polizei und Rettungsdiensten waren im Einsatz. Der Bereich um das Kehlsteinhaus bleibt weiterhin abgesperrt, und eine Flugverbotszone für Drohnen wurde eingerichtet.