Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat nach seiner Ausreise in die USA das Wahlergebnis als illegitim bezeichnet. In einem Brief warf er der Regierung politische Verfolgung vor und dankte US-Präsident Donald Trump für die Aufnahme. Gegen Bolsonaro laufen Ermittlungen wegen Korruptionsvorwürfen.
Vorwürfe gegen die brasilianische Regierung
Flávio Bolsonaro hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an die brasilianische Bevölkerung das Ergebnis der Präsidentschaftswahl als "illegitim" zurückgewiesen. Er behauptete, die Regierung verfolge ihn gezielt und bezeichnete sich selbst als den "wahre gewählte Präsident". Als Grund für seine Ausreise nannte er die "politischen Instrumentalisierung der Justiz" in Brasilien. Seine Familie sei nun in den USA in Sicherheit.
Bolsonaro dankte ausdrücklich dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Regierung für die gewährte Aufnahme. Der amtierende brasilianische Präsident Lula da Silva reagierte mit scharfer Kritik: Er nannte Bolsonaros Verhalten “beschämend”.
Ermittlungen und Flucht in die USA
Gegen Bolsonaro wird wegen des Verdachts auf Korruption, Geldwäsche und Devisenschmuggel ermittelt. Er selbst weist alle Vorwürfe zurück und bestreitet jegliches Fehlverhalten.
Ein Richter am Obersten Gerichtshof Brasiliens hatte Bolsonaro am Montag aufgefordert, seine Reisepässe innerhalb von 24 Stunden abzugeben. Stattdessen verließ er das Land und reiste in die USA.