Hubert Aiwanger (Freie Wähler), bayerischer Wirtschaftsminister, ist im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel verstorben. Die genauen Umstände sind unklar. Sein Sprecher zeigte sich fassungslos; Staatssekretär Tobias Gotthardt übernimmt die Amtsgeschäfte.
Fassungslosigkeit im Ministerium
Der Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums, Jürgen Marks, reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht vom Tod seines Vorgesetzten. Er hatte Aiwanger noch am vergangenen Donnerstag bei einer Delegationsreise nach Polen begleitet. Gegenüber dem Nachrichtensender “Welt”, sagte Marks: “Er war voller Kraft, er war voller Tatendrang. Er war nah bei den Menschen, wie man ihn so kannte.”
Marks schilderte Aiwanger als einen Politiker, der bis zuletzt voller Energie und Tatkraft gewesen sei. Er habe sich mit Leidenschaft für die bayerische Wirtschaft und die Menschen im Freistaat engagiert: "voller Kraft und Leidenschaft für die bayerische Wirtschaft und für die Menschen in Bayern eingesetzt". Die Stimmung im Ministerium sei von Trauer und Ungläubigkeit geprägt. "Er war so voller Kraft und Tatendrang, dass wir alle geschockt und bestürzt sind. Niemand hat damit rechnen können. Momentan wissen wir alle nicht so genau, wie seine Lücke geschlossen werden kann." Mitarbeiter versammelten sich in den Räumen, einige zeigten sich sichtlich bewegt. Die Situation sei kaum zu begreifen: "Wir können es noch überhaupt nicht fassen. Wir warten jetzt auf die Rückkehr des Staatssekretärs und dann werden wir morgen in einer Pressekonferenz genauer informieren, wie es weitergeht."
Amtsgeschäfte werden übernommen
Staatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) wird die Leitung des Wirtschaftsministeriums übernehmen. Er befand sich zum Zeitpunkt der Meldung auf einer Dienstreise in Singapur. Marks erklärte: "Der ist momentan noch bei einer Delegationsreise in Singapur. Er geht sofort ins Flugzeug und wird morgen in Bayern sein und wird die Amtsgeschäfte übernehmen. Ihm zur Seite stehen die Amtschefin Sabine Jarothe und Ministerialdirektor Frank Messerer. Und wir werden morgen dann beratschlagen, wie es weitergeht.”
Ihm zur Seite stehen die Amtschefin Sabine Jarothe und Ministerialdirektor Frank Messerer. Für den morgigen Freitag ist eine Pressekonferenz angesetzt, um über das weitere Vorgehen zu informieren.
Umstände des Todes unklar
Aiwanger wurde am Mittwoch in einem Berliner Hotel tot aufgefunden. Die genauen Todesumstände sind noch nicht bekannt. Nach ersten Erkenntnissen gebe es keine Hinweise auf Fremdverschulden.
Marks betonte, niemand im Ministerium habe mit einem solchen Ereignis gerechnet. Wie die entstandene Lücke geschlossen werden könne, sei derzeit noch ungewiss.