Die Bauindustrie zeigt sich skeptisch gegenüber dem Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes, bemängelt vor allem die geplante Vertragswelt und mögliche Qualitätsabweichungen. Gleichzeitig lobt er den Kerngedanken zur Kostensenkung.
Kritik an Vertragswelt und Qualitätsstandards
Müller erklärte der "Rheinischen Post", der Entwurf werfe Fragen auf. "Was auf den ersten Blick vielversprechend klingt, wirft jedoch auch Fragen auf. Zum einen lässt uns der Gedanke, eine neue Vertragswelt einzuführen, anstatt Bauverträge grundsätzlich auf neue Füße zu stellen, zweifeln und entspricht nicht dem, was eine gesamte Branche gefordert hat." Zudem kritisiert er, dass der Gesetzentwurf explizit eine Abweichung von üblichen Qualitätsstandards "nach unten" vorsehe. Dies könnte bei Verbrauchern den Eindruck erwecken, künftig zwischen guten und schlechten Gebäuden unterscheiden zu müssen.
Eine solche Qualitätsdiskussion sei "fatal und nicht sachgerecht", betonte Müller. "Um dies zu vermeiden, hätte die Bundesregierung das eigentliche Problem, die juristische Bewertung der üblichen Beschaffenheit von Gebäuden, stärker in den Blick nehmen müssen."
Hoffnung auf Korrekturen im Verfahren
"Hoffen wir, dass im parlamentarischen Verfahren wichtige Korrekturen vorgenommen werden können."
Den Kerngedanken des Gesetzes lobte Müller dennoch. "Gut ist, dass die Bundesregierung anerkennt, dass zu viele Anforderungen an Gebäude das Bauen verteuern".