Wo gebaut oder saniert wird, entstehen nicht nur neue Wohnräume und modernisierte Gebäude. Bei den verschiedenen Arbeiten fallen auch große Mengen an unterschiedlichen Materialien an. Diese müssen abtransportiert und sortiert werden, um sie dann im Idealfall dem Recyclingkreislauf zuzuführen.
Die Entsorgung, die sowohl bei privaten Renovierungen als auch bei größeren Bauvorhaben in Osnabrück relevant wird, erstreckt sich damit nicht nur auf den organisatorischen Bereich. Vielmehr wird sie zu einem wichtigen Teil einer regionalen Wertschöpfungskette.
Von der Baustelle zum Entsorgungsbetrieb
Alte Fliesen, Betonreste, Ziegel, Holz oder Metall: Bei Umbau- und Abrissarbeiten entstehen unterschiedliche Arten von Abfall. Um sicherzustellen, dass verwertbare Materialien erkannt und genutzt werden, ist eine möglichst sortenreine Erfassung wichtig.
An dieser Stelle kommen auch regionale Entsorgungsunternehmen ins Spiel. Ein Containerdienst stellt zum Beispiel geeignete Behälter bereit, organisiert den Abtransport und führt die Abfälle den vorgesehenen Entsorgungswegen zu. Gerade im Zusammenhang mit größeren Projekten ist es wichtig, dass Bauunternehmen, Transportdienstleister und Entsorgungsbetriebe ineinandergreifen.
Für Auftraggeber bedeutet dies, dass eine nachhaltige Abfallentsorgung nicht erst nach dem Abschluss der Bauarbeiten beginnt. Vielmehr muss sie schon bei der Planung einer Baustelle berücksichtigt werden.
Bauabfälle machen mehr als die Hälfte des Abfallaufkommens aus
Wie beeindruckend die wirtschaftliche Bedeutung der verschiedenen Materialien ist, zeigen die Zahlen des Umweltbundesamtes. Diese belegen, dass allein im Jahr 2023 deutschlandweit rund 198,8 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle einschließlich Straßenaufbruch angefallen sind. Das entsprach etwa 52 Prozent des gesamten Brutto-Abfallaufkommens.
Ein erheblicher Teil dieser Materialien wird verwertet. Aus aufbereitetem Beton- und Ziegelbruch entstehen oft Recycling-Baustoffe, die dann wiederum im Straßen- und Wegebau eingesetzt werden. Infolgedessen reduziert sich der Bedarf an natürlichen Rohstoffen wie Kies und Schotter.
Schon gewusst? Von der korrekten Entsorgung der verschiedenen Materialien profitieren unterschiedliche Wirtschaftszweige. Transportunternehmen bringen die Bauabfälle zu den entsprechenden Anlagen, wo die Materialien sortiert und oft für eine erneute Verwendung aufbereitet werden. Werden diese dann in der Region verarbeitet und wieder eingesetzt, braucht es keine langen Wege, um sie zu ihrem neuen Einsatzort zu bringen.
Moderne Kreislaufwirtschaft beginnt schon beim Rückbau
Im Zuge einer modernen Bauwirtschaft stellt sich die Frage, wie Materialien möglichst lange genutzt werden können. Werden Beton, Ziegel oder Metalle beim Rückbau getrennt erfasst, verbessern sich die Chancen einer späteren Wiederverwendung.
Aber: Die Einsatzbereiche und die Qualität der neuen Baustoffe unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. So weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass Recyclingmaterial aus dem Hochbau bislang häufig für weniger anspruchsvolle Anwendungen eingesetzt wird.
Wie eine solche Wiederverwertung in der Praxis aussieht, zeigt die Erneuerung der Vehrter Landstraße in Osnabrück. Dort wurden alte Betonplatten ausgebaut, zerkleinert und anschließend als Recyclingmaterial für den Unterbau der neuen Straße wiederverwendet.
So wichtig sind Osnabrücks regionale Entsorgungsstrukturen
Damit Bauabfälle wiederverwertet werden können, braucht es geeignete Anlagen und eine funktionierende Infrastruktur. In Osnabrück spielt dabei das Abfallwirtschaftszentrum Piesberg eine wichtige Rolle. Hier werden Abfälle und Wertstoffe angeliefert und anschließend behandelt oder weitergeleitet werden.
Für die regionale Bauwirtschaft sind solche Einrichtungen nach wie vor besonders wichtig. Immerhin sowohl im Zuge kleinerer Sanierungen als auch bei umfangreichen Abrissarbeiten sichergestellt sein, dass die anfallenden Materialien richtig entsorgt werden. Je besser die Zusammenarbeit zwischen Baustellen, Entsorgungsunternehmen und Verwertungsbetrieben funktioniert, desto einfacher lassen sich wiederverwertbare Baustoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückführen.
Zusatzinfo: Wie werden Baustoffe weiterverarbeitet?
Beton: Zerkleinert und aufbereitet kann Beton als Recycling-Gesteinskörnung im Straßenbau oder für neuen Beton genutzt werden.
Ziegel: Aufbereiteter Ziegelbruch findet unter bestimmten Voraussetzungen Verwendung im Wege- und Straßenbau.
Metalle: Stahl, Aluminium und Kupfer lassen sich einschmelzen und zu neuen Produkten verarbeiten.
Holz: Unbelastetes Altholz wird zur Herstellung von Spanplatten eingesetzt.
Achtung: Welche Art der Verwertung tatsächlich möglich ist, ist von der Zusammensetzung, der Schadstoffbelastung und der Qualität des Materials abhängig.
