Ein Jahr nach Einführung des sogenannten Bau-Turbos zieht Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) eine positive Bilanz. Laut einem Monitoring des Bundesbauministeriums nutzen viele Kommunen die neuen Möglichkeiten, um Wohnraum vor allem auf bereits genutzten Flächen zu schaffen. Fast 90 Prozent der genehmigten Wohneinheiten entstehen dort.
Kommunen nutzen Spielräume
Laut einem Datenmonitoring des Bundesbauministeriums haben 72 Prozent der rund 400 teilnehmenden Kommunen bereits über Anträge im Rahmen des "Bau-Turbo" verhandelt. Mehr als die Hälfte dieser Anträge wurde bewilligt. Nach Angaben des Ministeriums setzen die Kommunen die neuen Regelungen vorrangig für die Weiterentwicklung bereits genutzter Flächen ein.
Fast neun von zehn der genehmigten Wohneinheiten entstehen auf solchen Flächen – etwa in bestehenden Wohn- und Gewerbegebieten, auf Brachen oder in Leerständen. Rund zwölf Prozent der Neubauten entstehen hingegen auf bisherigen Grün- oder Landwirtschaftsflächen.
Modellprojekte sollen Verfahren verbessern
Mit acht Modellkommunen will das Bundesbauministerium das Instrument weiterentwickeln. Zu den ausgewählten Städten und Regionen gehören München, Frankfurt am Main, Duisburg, Kiel, Trier, Ratingen, Rüdersdorf bei Berlin sowie der Landkreis Nienburg an der Weser. Dem Bauministerium zufolge bringen die Kommunen unterschiedliche Ausgangslagen und Fragestellungen ein.
Die Modellkommunen sollen konkrete Anwendungsfälle untersuchen, kommunale Leitlinien entwickeln und erproben, wie sich Verfahren beschleunigen **und gleichzeitig städtebauliche Qualitäten sichern lassen**. Bundesbauministerin Verena Hubertz erklärte: "Die Ergebnisse zeigen, dass der Bau-Turbo Flächen schont, etwa um Baulücken zu schließen oder Gebäude aufzustocken". Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse für andere Städte und Gemeinden nutzbar zu machen.
Ziel: Erfahrungen bundesweit übertragen
Bundesbauministerin Verena Hubertz sagte: "Mit unseren acht Modellkommunen gehen wir jetzt den nächsten Schritt. Gemeinsam wollen wir schauen, was vor Ort gut funktioniert, wo wir Verfahren noch einfacher machen können und wie wir diese Erfahrungen auch für andere Kommunen nutzbar machen." So soll der Bau-Turbo künftig noch mehr Kommunen zugutekommen. Die Ministerin betonte, dass die Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine flächensparende Bauweise ist, um Wohnraum zu schaffen, ohne zusätzliche Grünflächen zu verbrauchen.