Eine Fraunhofer-Studie warnt vor den Folgen einer Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich. Laut Analyse könnten bis zu 344.000 neue Arbeitsplätze in Europa bedroht sein, die meisten davon in Deutschland. Der Deal sieht eine Aufweichung von EU-Vorgaben zur Elektrifizierung von Firmenwagen vor.
Studie im Auftrag von Transport and Environment
Die Analyse untersucht die Auswirkungen von EU-Plänen zur Elektrifizierung großer Firmenwagenflotten und Made-in-Europe-Regeln. Die Vorgaben sollen nach der gemeinsamen Vereinbarung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron aufgeweicht werden. Gefordert werden mehr Flexibilität statt fester Ziele für E-Auto-Anteile bei Neuwagen sowie schwächere Regeln für in Europa produzierte Fahrzeuge.
Deutsche Hersteller würden besonders profitieren
Laut der Studie könnten deutsche Standorte und Hersteller besonders von den EU-Plänen profitieren – vorausgesetzt, Merz und Macron weichen die Vorgaben nicht auf. Für 2030 wird mit bis zu 134.000 zusätzlichen Jobs in Deutschland gerechnet, falls die Elektrifizierung wie von der EU-Kommission vorgeschlagen umgesetzt wird.
Allein bei Volkswagen könnten zwischen 14.000 und 56.000 neue Stellen entstehen. In Polen wären es 38.500, in der Slowakei 26.200.
Kritik an Kurzsichtigkeit des Abkommens
E-Mobilitäts-Referentin Susanne Goetz von “Transport and Environment” kritisierte: “Das Beispiel VW zeigt, dass Deutschland als starker Industriestandort besonders profitieren könnte. Wenn die Bundesregierung wirklich Jobs bei VW schützen will, sollte sie aufhören, die geplanten Gesetze zugunsten von Verbrennern zu verwässern”. Das jüngste Auto-Abkommen von Merz und Macron sei an Kurzsichtigkeit kaum zu übertreffen.