Audi will in den USA ein Werk bauen. Trump präsentiert die Pläne auf einer Wahlkampfveranstaltung.
Die Volkswagen-Tochter Audi plant den Bau ihres ersten eigenen Werks in den USA. US-Präsident Donald Trump nutzte die Ankündigung auf einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia, um die Investition als Erfolg seiner Politik zu präsentieren. Wie die Tagesschau berichtet, rief Trump Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne, der dem Präsidenten für die Unterstützung dankte. Trump hatte zuvor versprochen, dass Audi in Georgia jährlich 200.000 SUVs produzieren werde. Die Ankündigung fällt nur wenige Tage vor den Midterms am 3. November, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im Kongress verteidigen wollen.
Audi investiert Milliarden in US-Produktion
Laut einer Mitteilung von Audi ist der Baubeginn für 2027 vorgesehen, die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre starten. Das Werk soll rund 4,5 Milliarden US-Dollar (ca. 3,6 Mrd. Euro) kosten und etwa 4.500 Arbeitsplätze schaffen. Geplant ist die Herstellung von Premium-SUVs, die speziell auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten sind. Bisher importiert Audi alle Fahrzeuge für die USA aus Europa oder Mexiko, was durch die von Trump verhängten Zölle belastet wird. Der US-Präsident fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit ausländische Unternehmen auf, ihre Produktion in die USA zu verlagern, und lockt mit Zollerleichterungen.
IG Metall fordert faire Standortgarantien
Die IG Metall begrüßte die Pläne grundsätzlich, betonte aber die Notwendigkeit verbindlicher Perspektiven für die Beschäftigten an den deutschen Standorten. Erste Vorsitzende Christiane Benner verwies darauf, dass die finale Entscheidung über den Werkbau noch vom Aufsichtsrat der Volkswagen AG abhängt, in dem sie stellvertretende Vorsitzende ist. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der im VW-Aufsichtsrat sitzt, forderte, dass das Wachstum in den USA auch den deutschen Standorten zugutekommen müsse. Die SPD-Verkehrsexpertin Isabel Cademartori kritisierte die Ankündigung scharf und sprach von Wahlkampfhilfe für Trump.
Terminstreit um Audi-Werk in den USA
Während die Morgenpost den Baubeginn bereits für November 2026 angibt, nennen Tagesschau und Deutschlandfunk das Jahr 2027 als geplanten Start. Audi selbst bestätigt in seiner Mitteilung den Baubeginn für 2027. Die Unterschiede in den Zeitangaben könnten auf unterschiedliche Interpretationen der Ankündigungen zurückzuführen sein.
VW plant 100.000 Stellenstreichungen bis 2030
Der Volkswagen-Konzern steckt derweil in einer Krise: Die Gewinnmargen bei Elektroautos sind gering, und das Geschäft in China bricht ein. Bis 2030 sollen weltweit bis zu 100.000 der rund 667.000 Jobs abgebaut werden, die meisten davon in Deutschland. VW-Chef Oliver Blume betonte jedoch, dass ein Werk in den USA dem gesamten Konzern zugutekommen würde, da Nordamerika ein wichtiger Wachstumsmarkt sei.