Deutschland ist nach Ansicht des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) schlecht auf Krisen und Katastrophen vorbereitet. Bundesweit gibt es nur zwei mobile Betreuungsmodule, die zudem veraltet sind. ASB-Chef Knut Fleckenstein fordert eine Gleichstellung ehrenamtlicher Helfer und warnt vor bürokratischen Hürden im Ernstfall.
Schutzräume reichen nicht aus
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sieht erhebliche Mängel in der deutschen Krisenvorsorge. Wie ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erklärte, reichen die vorhandenen Schutzräume bei Weitem nicht aus. Bundesweit gebe es lediglich zwei mobile Betreuungsmodule – eines vom ASB, das andere vom Deutschen Roten Kreuz. Diese Zahl sei unzureichend, zudem seien die Fahrzeuge überaltert.
Fleckenstein betonte, dass mehr Geld allein die Probleme nicht lösen werde. Neben einer besseren Ausstattung brauche es vor allem eine rechtliche Gleichstellung der ehrenamtlichen Helfer im Rettungsdienst mit denen der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW).
Bürokratie bremst Ehrenamtliche aus
Kritik übte Fleckenstein an den bürokratischen Hürden, die ehrenamtliche Helfer im Katastrophenfall überwinden müssten. Seiner Ansicht nach dürfe es nicht sein, dass Helfer erst mit ihren Arbeitgebern über Freistellung oder Urlaub verhandeln müssten, um im Ernstfall ausrücken zu können. Eine solche Regelung erschwere den Einsatz und gefährde die schnelle Hilfe.
Trotz der Kritik sieht der ASB-Chef keine akute militärische Bedrohung durch Russland. Zwar seien hybride Angriffe und Versuche, die Europäische Union zu schädigen, offensichtlich. Fleckenstein erklärte jedoch gegenüber den Funke-Zeitungen, er sehe keine Anzeichen dafür, dass Russland ein Nato-Land überfallen werde.
ASB will Versorgung sichern
Im Krisenfall würde der ASB die Versorgung der Zivilbevölkerung übernehmen. Dies stehe im Einklang mit dem Operationsplan Deutschland, der auf mögliche Eskalationen vorbereiten soll. Mit Blick auf diesen Plan sagte Fleckenstein: "Es geht nicht darum, den ASB zu militarisieren."
Der ASB-Chef stellte klar, dass die Organisation dabei keine militärische Rolle einnehmen werde. Die humanitäre Ausrichtung bleibe zentral.