Die Schauspielerin Angela Winkler übt Kritik am Umgang der deutschen Filmbranche mit älteren Darstellerinnen. Mit 50 ende für viele die weiblichen Rollen, so ihre Einschätzung. In einem neuen Film von Doris Dörrie übernimmt sie nun die Hauptrolle.
Kritik an Altersdiskriminierung in der Branche
Mit 50 höre es eigentlich auf mit den weiblichen Rollen, vermutlich weil man denke, ältere Schauspielerinnen seien für die Männerwelt nicht mehr attraktiv, sagte Winkler der "Zeit". Für Schauspielerinnen sei das Alter ein besonderes Thema, denn man empfinde eine Scham. "Dafür, dass man nicht mehr gut auswendig lernen kann. Man schämt sich auch als Frau, dafür, dass man zum Beispiel blaue Flecke an den Beinen hat, deshalb habe ich immer Netzstrümpfe an."
Neuer Film von Doris Dörrie als Gegenentwurf
Umso glücklicher sei sie über den neuen Film von Doris Dörrie, den die Regisseurin ihr gewidmet habe. Endlich werde einmal eine alte Frau als Hauptfigur gezeigt, und man sehe, was für Situationen sich im Alter ergäben. In "Frau Winkler verlässt das Haus" spielt Winkler die Titelrolle, eine alte Schauspielerin, die nach einem Unfall von einem Pflegeroboter betreut wird.
Mit Doris Dörrie verbinde sie eine Postkartenbeziehung, so Winkler. Sie habe ihr geschrieben, Dörrie habe zurückgeschrieben, und irgendwann habe die Regisseurin gemeint, sie schreibe ein Drehbuch für sie. Dörrie sei für sie zur Freundin geworden. Es habe ihr sehr geholfen, dass diesen Film eine Frau gemacht habe und dass man alles bereden konnte.