# Zwangsversteigerungen von Immobilien in Deutschland steigen deutlich an Datum: 09.07.2026 12:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/zwangsversteigerungen-von-immobilien-in-deutschland-steigen-deutlich-an-730990/ --- Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Nach einer Analyse des Ratinger Fachverlags Argetra wurden bundesweit mehr Objekte mit höherem Gesamtverkehrswert aufgerufen als im Vorjahreszeitraum. Der bislang nur moderate Anstieg scheint sich damit spürbar zu beschleunigen. ## Deutlicher Zuwachs im ersten Halbjahr 2026 Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 7.845 Immobilien mit einem Verkehrswert von insgesamt 2,59 Milliarden Euro zur Zwangsversteigerung aufgerufen. Das entspricht einem Zuwachs von 8,4 Prozent bei der Zahl der Objekte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Ratinger Fachverlags Argetra. Viele Stundungsverfahren sowie die Tatsache, dass Eigentümer mit Zahlungsschwierigkeiten ihre Immobilien auf dem Markt offenbar veräußern, bevor Banken oder Sparkassen eine Zwangsversteigerung beantragen mussten, verhinderten nach Darstellung der Analysten lange einen stärkeren Anstieg der Zwangsversteigerungen. „Dies scheine sich aber nun zu ändern“, schreiben sie in der Untersuchung von Argetra. Im Gesamtjahr 2025 betrug das Plus bei den Zwangsversteigerungen gegenüber dem Vorjahr noch lediglich 4,7 Prozent. Setze sich der Trend des ersten Halbjahres 2026 fort, könnten im Gesamtjahr rund 15.000 Immobilienobjekte zwangsversteigert werden, so die Analyse von Argetra. Das wäre auf Jahressicht ein Anstieg um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2025 mit 14.082 Objekten. ### Deutliche regionale Unterschiede Betrachtet man die Anzahl der Termine pro 100.000 Haushalte, zeigen sich laut Argetra erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Thüringen ist die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine mit 33 pro 100.000 Haushalte mehr als doppelt so hoch wie in Bayern mit 14 Terminen. Bundesweit waren im ersten Halbjahr durchschnittlich 19 von 100.000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen, nach 18 im Vorjahreszeitraum. ### Überwiegend Wohnimmobilien betroffen Rund 70 Prozent der zwangsversteigerten Objekte sind nach Angaben von Argetra Wohnimmobilien. Den größten Anteil stellen dabei Ein- und Zweifamilienhäuser, gefolgt von Eigentumswohnungen. Die übrigen 30 Prozent entfallen auf Gewerbegrundstücke, Wohn- und Geschäftshäuser, Grundstücke und sonstige Immobilien. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück