# Zuckersteuer: Streit um Ausweitung auf mehr Getränke Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-26T08:47:07+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-26T08:47:07+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/zuckersteuer-streit-um-ausweitung-auf-mehr-getraenke-747562/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Finanzministerium will auch Süßstoff-Getränke besteuern – Union kritisiert Pläne Die Bundesregierung plant die Einführung einer Zuckersteuer, doch über deren konkrete Ausgestaltung gibt es Streit. Wie das ARD-Hauptstadtstudio und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, soll die Steuer nicht nur zuckerhaltige Getränke wie Limonaden erfassen, sondern auch Produkte mit Süßstoffen, Fruchtnektare, Hafer- oder Sojamilch sowie alkoholfreies Bier. Das geht aus einem Eckpunktepapier des Finanzministeriums hervor, das verschiedenen Medien vorliegt. Demnach könnte die Abgabe bereits ab 2027 gelten und deutlich mehr Getränke betreffen als ursprünglich von der Finanzkommission Gesundheit empfohlen. ## Streit um Zuckersteuer: CSU blockiert Gesundheitsziel Das Finanzministerium schlägt einen gestaffelten Steuertarif vor: Getränke mit Süßstoffen oder einem Zuckergehalt von 4,5 bis 7 Gramm pro 100 Milliliter sollen mit 26 Cent pro Liter besteuert werden. Bei 7 bis 10 Gramm Zucker pro 100 Milliliter wären 32 Cent fällig, bei mehr als 10 Gramm 38 Cent. Das Landwirtschaftsministerium, geführt von der CSU, lehnt diese Pläne ab. In einem Schreiben an das Finanzministerium wird kritisiert, dass die Ausweitung auf so viele Getränke den gesundheitspolitischen Lenkungszweck untergrabe und stattdessen vor allem der Haushaltskonsolidierung diene, wie die Welt und n-tv berichten. ### SPD, FDP und Linke unter Druck Während das Finanzministerium die Einnahmen auf bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr schätzt, waren ursprünglich nur 650 Millionen Euro für 2027 eingeplant. Die Union wirft dem SPD-geführten Finanzministerium vor, mit der Ausweitung der Steuer „deutlich über das Ziel hinauszuschießen“, wie der CDU-Abgeordnete Albert Stegemann gegenüber Politico erklärte. Die Expertenkommission hatte eine Besteuerung ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter empfohlen, doch das Finanzministerium setzt die Schwelle bei 4,5 Gramm an. ### Natürlicher Zucker soll nicht besteuert werden Zudem gibt es Differenzen über den Zeitpunkt der Einführung. Das Landwirtschaftsministerium hält 2027 für zu früh, da die Wirtschaft keine Zeit habe, Rezepturen anzupassen. Auch die Besteuerung von Getränken mit natürlichem Zuckergehalt, wie etwa Fruchtsäften, wird abgelehnt. Das Gesundheitsministerium, das federführend für die Ausarbeitung zuständig ist, betont indes, dass die Eckpunkte noch ein Arbeitspapier seien und das weitere Gesetzgebungsverfahren abzuwarten bleibe. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück