# Zuckersteuer: Bis zu 45 Cent mehr pro Liter ab 2027 Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-01T09:17:27+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-01T10:48:48+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/zuckersteuer-bis-zu-45-cent-mehr-pro-liter-ab-2027-761874/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Cola und Eistee werden teurer – Zero-Getränke bleiben steuerfrei. Die Bundesregierung plant die Einführung einer Zuckersteuer, die ab dem 1. Juli 2027 Getränke mit hohem Zuckergehalt belasten soll. Wie der Entwurf für ein Zuckergetränkesteuergesetz zeigt, den zuerst das Handelsblatt und später der Tagesspiegel veröffentlichten, sollen Getränke mit mindestens fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter besteuert werden. Betroffen sind vor allem Limonaden, Eistees, gesüßte Frucht- und Gemüsesäfte sowie aromatisierte Wässer. Reine Fruchtsäfte ohne zugesetzten Zucker bleiben dagegen steuerfrei, ebenso wie alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein oder Zero-Getränke mit Süßstoffen. ## Zuckersteuer treibt Cola-Preise um 68 Cent hoch Die Steuer soll gestaffelt nach Zuckergehalt erhoben werden: Bei 5 bis unter 7 Gramm Zucker je 100 Milliliter fallen 26 Cent pro Liter an, bei 7 bis unter 10 Gramm sind es 32 Cent und ab 10 Gramm 38 Cent. Bei einer klassischen Cola mit rund 10,6 Gramm Zucker je 100 Milliliter würde die Steuer damit 38 Cent pro Liter betragen. Inklusive Mehrwertsteuer könnte der Preisaufschlag für eine 1,5-Liter-Flasche auf etwa 68 Cent steigen, wie die Berliner Zeitung berechnet. ### Debatte über mögliche Koalitionen Ursprünglich war im Eckpunktepapier des Finanzministeriums eine weitergehende Regelung vorgesehen, die auch zuckerfreie Getränke mit Süßstoffen erfasst hätte. Diese Pläne stießen jedoch auf massive Kritik, unter anderem aus der eigenen Koalition. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) distanzierte sich öffentlich davon und betonte, eine Steuer auf zuckerfreie Getränke mache keinen Sinn. ### 1,2 Milliarden Euro jährlich durch Zuckersteuer geplant Die Bundesregierung erhofft sich durch die Zuckersteuer zusätzliche Einnahmen von bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich ab 2028. Für das Startjahr 2027 werden je nach Quelle zwischen 795 Millionen und 945 Millionen Euro erwartet. Die Mittel sollen unter anderem dazu dienen, die Kürzung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds abzumildern. Kritiker wie die Verbraucherzentrale Hamburg bemängeln jedoch, dass die Einnahmen nicht zweckgebunden für Gesundheits- oder Präventionsmaßnahmen verwendet werden. ### Getränkeindustrie und Union blockieren Zuckersteuer Die Getränkebranche lehnt die Pläne ab. Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke und der Deutsche Brauer-Bund bezeichneten die Steuer bereits im Juli als „Affront gegen den Mittelstand“. Auch in der Union gibt es Widerstand, und mehrere Bundesländer haben Bedenken angemeldet. Ob und in welcher Form die Steuer tatsächlich kommt, hängt nun von den weiteren Beratungen in den Ministerien, dem Kabinett und dem Bundestag ab. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück