# Zschäpe bleibt mindestens bis 2035 in Haft Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-27T12:46:56+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-27T12:46:56+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/zschaepe-bleibt-mindestens-bis-2035-in-haft-771351/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Oberlandesgericht München entscheidet über vorzeitige Entlassung der NSU-Terroristin. Das Oberlandesgericht München hat entschieden, dass die verurteilte NSU-Terroristin Beate Zschäpe mindestens bis zum Jahr 2035 im Gefängnis bleiben muss. Das Gericht legte eine Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren fest, wie der Spiegel und die Tagesschau übereinstimmend berichten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, da sowohl die Verteidigung als auch die Bundesanwaltschaft Beschwerde einlegen können. Sollte sie bestätigt werden, könnte Zschäpe frühestens mit 60 Jahren entlassen werden. Die Bundesanwaltschaft hatte eine Mindesthaftdauer von 25 Jahren gefordert, während ihr Verteidiger 20 Jahre für angemessen hielt. ## NSU-Mitglied Zschäpe bleibt lebenslang in Haft Zschäpe war 2018 als Mittäterin der Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte damals die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren praktisch ausschloss. Die NSU-Terrorgruppe hatte zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet, darunter neun mit Migrationshintergrund und eine Polizistin, sowie mehrere Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle verübt. Zschäpes Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos begingen 2011 Suizid, nachdem ein Banküberfall gescheitert war. ### Zschäpe beantragt Haftentlassung nach 15 Jahren Zschäpe hatte kürzlich eine vorzeitige Haftentlassung beantragt, nachdem die 15-jährige Mindesthaftdauer unter Einberechnung der Untersuchungshaft abgelaufen war. Das Gericht wertete zugunsten Zschäpes, dass sie sich inzwischen zu ihrer Mitwisserschaft bei neun der zehn NSU-Morde bekannt habe, wie der Spiegel und RTL berichten. Zudem habe sie Scham über die Zerstörung unschuldiger Leben bekundet und sich von der nationalsozialistischen Ideologie distanziert. Ihr Verhalten im Vollzug habe keine Hinweise auf eine fortbestehende rechtsextreme Einstellung geliefert. ### Gericht lehnt vorzeitige Freilassung ausnahmslos ab Trotz dieser Umstände sah das Gericht die „außergewöhnlich hohe Tatschuld“ Zschäpes nicht ausreichend ausgeglichen, um eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren zu rechtfertigen. Die Tagesschau betont, dass Zschäpe seit 2011 in Haft sitzt und ihre Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz verbüßt. Im Prozess gegen eine NSU-Unterstützerin hatte Zschäpe erstmals Aussagen zu ihrer Rolle gemacht, was das Gericht in seiner Entscheidung berücksichtigte. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück