# ZEW: Regierungsreformen bringen 19.000 zusätzliche Vollzeitstellen Datum: 22.07.2026 09:14 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/zew-regierungsreformen-bringen-19-000-zusaetzliche-vollzeitstellen-734752/ --- Die Reformen der Bundesregierung könnten nach Berechnungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mittelfristig knapp 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen. Demnach führt das Maßnahmenpaket der Koalition vor allem über Änderungen im Krankenversicherungssystem zu einem höheren Arbeitsangebot. Zugleich bleiben die finanziellen Mehrbelastungen für die meisten Haushalte laut ZEW begrenzt, da höhere Sozialbeiträge teilweise durch geringere Steuern ausgeglichen werden. ## ZEW erwartet 19.000 zusätzliche Vollzeitäquivalente Die Reformen der Bundesregierung könnten mittelfristig knapp 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen lassen. Dies geht aus Berechnungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor, über welche die „Zeit“ berichtet. Demnach erhöht sich das Arbeitsangebot bei Umsetzung der Maßnahmen um 19.000 sogenannte Vollzeitäquivalente – es wird also unter dem Strich so viel Mehrarbeit angeboten, wie es 19.000 Vollzeitstellen entspricht. Die Koalition hatte sich im Juli auf umfangreiche Reformen im Steuerrecht, im Gesundheitsbereich sowie bei der Pflege und der Rente verständigt. Den Berechnungen des ZEW liegen die auf den Weg gebrachten Maßnahmen zugrunde, soweit sie über verfassungsrechtliche Bestimmungen wie die regelmäßige Anpassung des Grundfreibetrags in der Einkommensteuer hinausgehen. ### Wegfall der kostenlosen Krankenversicherung als Haupttreiber Die Erhöhung des Arbeitsangebots kommt laut ZEW vor allem durch den Wegfall der bislang kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner zustande, die keiner oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Bislang lohnte es sich für diese Menschen oft nicht, einen Job anzunehmen, weil dann Krankenkassenbeiträge fällig wurden. Nun müssen sie ohnehin bezahlt werden. ### Begrenzte Mehrbelastungen für die meisten Haushalte Die Ergebnisse zeigen nach den Angaben des ZEW auch, dass sich die Mehrbelastungen durch die Reformmaßnahmen bei den meisten Haushalten in Grenzen halten. Das liegt daran, dass ein Teil der Kostensteigerungen durch höhere Sozialbeiträge durch niedrigere Steuern wettgemacht wird. Demnach ändert sich bis zu einem Bruttoeinkommen von rund 55.000 Euro praktisch nichts, danach bleibt weniger Netto vom Brutto. Bei Einkommen von über 250.000 Euro beläuft sich die zusätzliche Belastung im Schnitt auf 2.421 Euro im Jahr. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück