# Wüst trifft Erdogan: NRW will Beziehungen zur Türkei stärken Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-28T15:46:26+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-28T15:46:26+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/wuest-trifft-erdogan-nrw-will-beziehungen-zur-tuerkei-staerken-760932/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist mit einer Wirtschaftsdelegation zu Vor der Reise hatte Wüst sich für eine Modernisierung der Zollunion zwischen der EU und der Türkei ausgesprochen. Beide Seiten könnten stärker profitieren, wenn die Regeln weiterentwickelt und rechtliche Streitbeilegungsverfahren verbessert würden, sagte er der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei fordert eine Reform der Zollunion seit Langem. Zudem kritisierte Wüst die Schwierigkeiten türkischer Geschäftsleute bei der Beantragung deutscher Visa, die auch für Nordrhein-Westfalen ein wirtschaftlicher Nachteil seien. Manche Betroffene besorgten sich daher Visa über andere Länder. NRW sei bereit, gemeinsam mit den zuständigen Stellen an Verbesserungen zu arbeiten, so Wüst. ## NRW und Türkei handeln für elf Milliarden Euro Das Handelsvolumen zwischen NRW und der Türkei beläuft sich auf mehr als elf Milliarden Euro, wie Wüst gegenüber Anadolu erklärte. Nach Angaben der Landesregierung sind über 1200 türkische Unternehmen in NRW aktiv, wie der Deutschlandfunk berichtet. Wüst betonte zudem, dass rund 1,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in NRW leben und würdigte den Beitrag der früher angeworbenen Arbeitskräfte zur Entwicklung des Bundeslandes. Zum Auftakt der Reise erklärte er, er wolle ein neues Kapitel in den Beziehungen zur Türkei aufschlagen. In einer engen Partnerschaft ließen sich auch kritische Fragen leichter ansprechen, so Wüst. ### EU-Beitritt der Türkei hängt an Demokratie Mit Blick auf einen möglichen EU-Beitritt der Türkei verwies er auf Voraussetzungen wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Die EU-Beitrittsverhandlungen liegen wegen Rückschritten in diesen Bereichen auf Eis. Kritisiert wird unter anderem das Vorgehen gegen die türkische Opposition, insbesondere die Inhaftierung des früheren Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu. Dass ein Staatspräsident einen regionalen Regierungschef empfängt, ist zwischen Ländern vergleichbarer Größe ungewöhnlich, kommt aber vor. Mit dem Termin misst Erdoğan Wüsts Besuch besondere Bedeutung bei, wie die Berliner Zeitung schreibt. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück