# Wohnungslosenhilfe warnt: Alkoholverbot vertreibt Obdachlose von Bahnhöfen Datum: 22.07.2026 00:14 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/wohnungslosenhilfe-warnt-alkoholverbot-vertreibt-obdachlose-von-bahnhoefen-734663/ --- Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe warnt vor zusätzlichen Belastungen für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht durch das geplante bundesweite Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen. Die Organisation kritisiert, das Verbot verschärfe die Situation der Betroffenen und verdränge sie aus geschützten Bereichen, ohne ihre Lebenslage zu verbessern. ## Sorge vor Verdrängung obdachloser Menschen Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe befürchtet neue Härten für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht vor dem Hintergrund des geplanten bundesweiten Alkoholkonsumverbots an Bahnhöfen. Ein Verbot verändere nicht die Lebenslage der Menschen, die sich am Bahnhof aufhalten, sondern verdränge sie lediglich aus dem Blickfeld, sagte Joachim Krauß, Vize-Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgabe). Der Bahnhof gehöre für viele zu den wenigen witterungsgeschützten und gut zugänglichen öffentlichen Orten. Durch das Verbot würden die Menschen in Bereiche gedrängt, die weniger Schutz bieten und weniger Anschluss an das Hilfesystem haben, so Krauß gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. ### Erfahrungen aus Hamburg In Hamburg, wo ein entsprechendes Verbot bereits gilt, habe man nach Angaben von Krauß die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in angrenzende Stadtteile verdrängt wurden. Die dadurch entstandene öffentliche Aufmerksamkeit habe allerdings auch einen positiven Nebeneffekt, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“: Die Stadt Hamburg baue inzwischen niedrigschwellige Hilfeangebote in unmittelbarer Bahnhofsnähe aus. ### Forderung nach Hilfsangeboten statt Verboten Krauß erklärte gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, es brauche aufsuchende Ansätze wie Streetwork sowie die Schaffung von Akzeptanzräumen statt Verbote. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück