# Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft wächst langsamer Datum: 27.05.2026 10:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/wirtschaftsweise-senken-konjunkturprognose-deutsche-wirtschaft-waechst-langsamer-716415/ --- Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet für das laufende Jahr mit einem schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft als bislang angenommen. Die Wirtschaftsweisen senkten ihre Prognose für das preisbereinigte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2026 von 0,9 auf 0,5 Prozent und erwarten für das kommende Jahr ein Plus von 0,8 Prozent. Als Belastungsfaktoren nennen sie vor allem die Folgen des Iran-Kriegs, steigende Energiekosten und die demografische Entwicklung. ## Schwächeres Wachstum durch Iran-Krieg und Energiepreise In ihrem Frühjahrsgutachten, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, führt der Sachverständigenrat aus, dass der Iran-Krieg die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland belaste. Die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung werde durch den aktuellen Energieangebotsschock erneut gehemmt. Hinzu komme, dass die hohen Energiekosten nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Unternehmen träfen, was die ohnehin rückläufige Industrieproduktion weiter verringere und die private Investitionstätigkeit hemme, so die Wirtschaftsweisen. Die Verbraucherpreisinflation wird den Angaben zufolge in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich auf 3,0 Prozent steigen und im Jahr 2027 nur leicht auf 2,8 Prozent zurückgehen. Der wirtschaftliche Druck steige damit auch von der Inflationsseite, da die durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise die Teuerung wieder anziehen ließen. ### Steigende Sozialbeiträge als Belastung für Wirtschaft und Haushalte Gleichzeitig verschärfe die demografische Alterung den Druck auf die Sozialversicherungen. Die Ausgaben der Sozialversicherungen steigen laut Frühjahrsgutachten schneller als die beitragspflichtigen Einnahmen, weshalb der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz bis zum Jahr 2040 voraussichtlich auf fast 50 Prozent steigen werde. Diese Entwicklung werde zunehmend zu einem „gesamtwirtschaftlichen Belastungsfaktor“, so die Wirtschaftsweisen. Berechnungen des Sachverständigenrates zufolge werde der erwartete Anstieg des Gesamtbeitragssatzes das BIP bis zum Jahr 2035 im Vergleich zu einem Szenario ohne Beitragssatzsteigerungen um 0,5 bis 0,9 Prozent senken. Mit dem Anstieg der Beitragssätze sinke das Nettoeinkommen der privaten Haushalte, und deren Konsum gehe zurück. ### Empfehlungen für Reformen in Kranken- und Pflegeversicherung Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates, betonte, der absehbare Ausgabenanstieg in den Sozialversicherungen müsse gebremst werden. „Der absehbare Anstieg der Ausgaben in den Sozialversicherungen sollte verlangsamt werden“, sagte Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates. „Gleichzeitig gilt es, die Einnahmenbasis und das Leistungsniveau der Sozialversicherungen zu stabilisieren.“ Um die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren, sollten den Experten zufolge Reformen zur Ausgabensteuerung in der stationären Versorgung sowie bei Arzneimitteln umgesetzt werden. Die Pflegeversicherung sollte als Teilversicherung erhalten bleiben, wobei Pflegeleistungen auf das fachlich empfohlene Maß begrenzt werden sollten. Eine kohortenspezifische Kapitaldeckung könnte die finanziellen Belastungen generationengerechter verteilen und das Leistungsniveau stabilisieren, heißt es in dem Gutachten. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück