# Wirtschaftsweise Grimm: Minijobs abschaffen, Rentensystem grundlegend reformieren Datum: 23.06.2026 00:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/wirtschaftsweise-grimm-minijobs-abschaffen-rentensystem-grundlegend-reformieren-724839/ --- Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Reformvorschläge der Rentenkommission weitgehend gelobt. Sie sieht vor allem in der Anhebung des Renteneintrittsalters, der Abschaffung der Rente ab 63 und der weitgehenden Abschaffung von Minijobs wichtige Schritte zur Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. Zugleich kritisiert sie die geplante Pflichtversicherung für Selbstständige als Belastung für unternehmerische Tätigkeit. ## Grimm unterstützt Kernpunkte der Rentenkommission Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm begrüßt die Pläne der Rentenkommission, Minijobs weitgehend abzuschaffen. „Die Rentenkommission greift viele Vorschläge auf, die die Tragfähigkeit der Rentenversicherung tatsächlich steigern würden: die Kopplung des Renteneintrittsalters an die längere Lebenserwartung, die Abschaffung der Rente ab 63. Richtig wäre auch eine Abschaffung der Minijobs für alle Gruppen bis auf die Studierenden, da dies vor allem die Arbeitsanreize für Geringverdiener massiv erhöhen würde“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Nach Einschätzung der Ökonomin würden diese Maßnahmen die finanzielle Basis der gesetzlichen Rentenversicherung stabilisieren. Die längere Lebenserwartung müsse sich aus ihrer Sicht im Renteneintrittsalter widerspiegeln, und die Rente ab 63 sieht sie kritisch. Besonders hervorgehoben wird von ihr der Effekt einer Abschaffung der Minijobs für fast alle Gruppen auf die Arbeitsanreize von Geringverdienern. ### Keine Integration von Beamten – Kritik an Pflichtversicherung für Selbstständige Grimm unterstützt außerdem die Haltung der Kommission, Beamte nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. „Richtig ist es auch, die Beamten nicht in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren. Es würde, wie die Kommission richtigerweise anmerkt, nichts bringen – außer einen enormen Aufwand“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Die Nürnberger Ökonomin kritisierte jedoch die geplante gesetzliche Pflichtversicherung für Selbstständige. „Es erschließt sich mir nicht, warum man die Selbstständigen in ein wenig ertragsreiches System integrieren möchte – das macht am Ende nur die Selbstständigkeit noch unattraktiver“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Sie betonte zudem die Bedeutung kapitalgedeckter Vorsorgeformen für diese Gruppe. „Die Selbstständigen sollten immer die Möglichkeit haben, kapitalgedeckt anzusparen. Denn hier ist die Rendite deutlich höher“, erklärte Grimm der „Rheinischen Post“. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück