# Wirtschaftsministerium fordert Abbau der kalten Progression Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-01T16:42:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-01T16:42:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/wirtschaftsministerium-fordert-abbau-der-kalten-progression-750205/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium drängt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf einen vollständigen Abbau der kalten Progression ab 2027. In einem Schreiben an das Finanzministerium warnt Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Steffen vor einer inflationsbedingten heimlichen Steuererhöhung. ## Forderungen an die Steuerreform In einem Schreiben an Finanzstaatssekretär Rolf Bösinger heißt es: "Die aktuelle Bundesregierung wäre die erste Bundesregierung seit 2015, die keinen vollständigen Abbau der kalten Progression gesetzlich veranlasst. Ergebnis ist eine inflationsbedingte heimliche Steuererhöhung". Um dies zu verhindern, sollten alle Eckwerte des Steuertarifs an den siebten Steuerprogressionsbericht angepasst werden, dessen Veröffentlichung im Herbst 2026 vorgesehen ist. Zudem schlägt Steffen vor, über einen automatischen Inflationsausgleich, den sogenannten "Tarif auf Rädern", zu diskutieren. Der Abbau der kalten Progression ist im aktuellen Gesetzentwurf zur Steuerreform nur ansatzweise enthalten. ### Entlastungen für Unternehmen und weitere Reformen Zur Entlastung kleinerer und mittlerer Unternehmen, die als Personengesellschaften der Einkommensteuer unterliegen, fordert Steffen die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verbesserung der Thesaurierungsbegünstigung und des Optionsmodells. Diese Anpassungen sollen ab 2027 gelten und parallel zum Einkommensteuerreformgesetz in Kraft treten. Zusätzlich regt er an, im Rahmen einer größeren Steuerstrukturreform die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz deutlich anzupassen und den Rest-Solidaritätsbetrag abzuschaffen. ### Steuerpolitik soll Wachstum flankieren Das Wirtschaftsministerium betont, die Steuerpolitik müsse die Wachstumsagenda der Bundesregierung durch gezielte Entlastungen unterstützen. Zusätzliche Belastungen, insbesondere bei der direkten Besteuerung, seien abzulehnen. Höhere Grenzsteuersätze am oberen Ende der Einkommensverteilung würden aufgrund der bereits hohen Belastung und möglicher Reaktionen mittelfristig keine zusätzlichen Einnahmen bringen. Zudem seien progressionsbedingte Belastungen durch die allgemeine Preissteigerung zu vermeiden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück