# Wildberger: Keine Hinweise auf IT-Kompromittierung beim Bund Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-22T13:02:18+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-22T13:02:23+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/wildberger-keine-hinweise-auf-it-kompromittierung-beim-bund-769319/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sieht derzeit keine Hinweise, dass Webseiten und IT-Systeme des Bundes von der PHP-Sicherheitslücke betroffen sind. Wildberger sagte der "Bild": "Wir nehmen diesen Vorfall und die aktuellen Warnungen sehr ernst. Das BSI hat gemeinsam mit dem ITZ-Bund sehr schnell und klar reagiert." Das ITZ-Bund ist das zentrale IT-Dienstleistungsunternehmen des Bundes. ## Vorsorgliche Abschaltung als richtige Entscheidung Am frühen Mittwochnachmittag waren mehrere Seiten von Bundesministerien, die beim ITZ-Bund gehostet werden, vom Netz genommen worden. Wildberger sagte der "Bild", dass die vorsorgliche Abschaltung der Websites der Bundesverwaltung die "richtige Entscheidung" gewesen sei. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand gebe es "aktuell keine Hinweise auf eine erfolgreiche Kompromittierung von Systemen der Bundesverwaltung". ### KI und Cybersicherheit im Fokus Weiter sagte der für die Digitalisierung des Bundes zuständige Minister, der Fall zeige auch, dass man am Beginn eines neuen Zeitalters der Cybersicherheit stehe. KI-basierte Tools könnten helfen, Schwachstellen schneller und präziser aufzuspüren als je zuvor. Im digitalen Raum gehe es jetzt um Geschwindigkeit, um Sicherheitslücken rechtzeitig zu identifizieren und zu schließen. Als Bundesregierung stelle man sich dieser Entwicklung "entschlossen": Man investiere "gezielt" in "digitale Souveränität" und baue eigene Kompetenzen auf – unter anderem mit dem neuen KI-Sicherheitsinstitut. Indem man "führende Modelle unabhängig" prüfe und Künstliche Intelligenz "konsequent für den Schutz" der Netze einsetze, könne man "diesen Wettlauf gewinnen". Angesichts der voranschreitenden KI-Entwicklung warnt der Digitalverband Bitkom vor weiteren Sicherheitslücken im Internet. "Wir werden auch in Zukunft Sicherheitslücken in verbreiteter Software erleben, unter anderem weil leistungsfähige KI-Systeme teilweise jahrelang unentdeckt gebliebenen Fehler finden", sagte Felix Kuhlenkamp, Leiter Sicherheit bei Bitkom, der “Rheinischen Post” (Donnerstag). Im aktuellen Fall der Sicherheitslücke bei PHP hält der Sicherheitsexperte die Gefahr nicht für gebannt. "Nach Erscheinen der Updates gestern Nachmittag haben viele Betreiber schnell reagiert, die Lücke ist aber längst noch nicht überall geschlossen. Zum einen wurde das Update noch nicht überall eingespielt. Zum anderen wird teilweise Software eingesetzt, die auf ältere PHP-Versionen angewiesen ist, für die es gar kein Update gibt", sagte Kuhlenkamp. "Beides ist gefährlich, denn die Erfahrung mit früheren Vorfällen dieser Art zeigt, dass Angreifer gezielt nach Websites suchen, die noch verwundbar sind." Die Linken-Digitalpolitikerin Donata Vogtschmidt rief die Regierung derweil zu öffentlicher Aufklärung auf. Die Bundesregierung müsse “jetzt schnell handeln und ihre Kommunikationskanäle nutzen, um Unternehmen, Behörden und die Bevölkerung umfassend zu informieren und vor den Risiken zu warnen. Es braucht eine koordinierte Aufklärung, damit die notwendigen Sicherheitsupdates schnellstmöglich umgesetzt werden”, sagte Vogtschmidt. Sie führte aus: “Cybersicherheit muss im digitalen Zeitalter als Teil des Katastrophenschutzes verstanden werden. Jede weitere Verzögerung erhöht das Risiko schwerwiegender Angriffe.” Die weltweite Sicherheitslücke zeige “einmal mehr, wie verwundbar unsere digitale Infrastruktur ist”. ### Warnungen und Forderungen der Akteure Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) fordert bessere Strukturen zum Schutz vor Cyberangriffen von Bund und Ländern. "Wir sehen hier zudem vor allem Bund und Länder in der Verantwortung, entsprechende Strukturen zum besseren Schutz und zur schnellen Reaktionsfähigkeit im Krisenfall bereitzustellen", teilte ein DStGB-Sprecher der "Rheinischen Post" mit. Städte und Gemeinden hätten laut DStGB in den vergangenen Jahren große Fortschritte im Bereich Cybersicherheit gemacht. Trotzdem bestünden in zahlreichen Kommunen immer noch Defizite. "Dies ist auf fehlende finanzielle Ressourcen, teilweise fehlende personelle Ressourcen und auf die rasant steigenden Anforderungen in diesem Bereich, nicht zuletzt mit Blick auf die immer kürzeren Reaktionszeiten bei Bedrohungen, zurückzuführen", so der Sprecher. Diese Situation stehe allerdings nicht im Zusammenhang mit der bekannt gewordenen PHP-Sicherheitslücke. Zugleich lobte der Sprecher die Reaktion vieler Kommunen. Sie hätten "schnell und verantwortungsvoll reagiert", indem sie ihre Internetseiten vorsorglich vom Netz genommen haben, sagte er. "Diese Entscheidung war mit Blick auf die sehr kurzen Reaktionszeiten richtig und hat dem Schutz der jeweiligen Angebote und der Daten gedient", so der Sprecher weiter. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück