Im August 2025 schloss das Café Backstein an der Natruper Straße in Osnabrück nach sechs Jahren seine Türen – jetzt ist es zurück. Hinter dem Neustart steckt ein Team, das den Ort schon lange kennt: Gertie Pals, ihr Mann Christian, ihre Schwester Maike und ihr Schwager Thomas. Früher selbst Gäste, führen sie das Café nun gemeinsam als GbR weiter – mit frischen Ideen und viel persönlichem Engagement.
Mehr als ein Café
Für Gertie Pals stand von Anfang an fest, dass das Backstein mehr sein soll als nur ein Café. „Mir geht es darum, einen Ort zu schaffen, an dem ganz Unterschiedliches passieren kann – nicht nur Kaffeetrinken“, sagt sie. So versteht sich das Gastrokonzept als Treffpunkt für die Nachbarschaft. Neben dem klassischen Cafébetrieb sind beispielsweise Veranstaltungen wie kleine Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder private Feiern geplant. „Es wäre schön, wenn sich hier nach und nach verschiedene Dinge entwickeln – ein Ort, an dem man einfach zusammenkommt, auf einen Kaffee, ein Glas Wein oder ein gutes Gespräch“, so Pals.
Erste Anfragen zeigen, dass der Bedarf da ist. Vereine aus dem Stadtteil, aber auch soziale Einrichtungen interessieren sich für die Räume. Gleichzeitig bleibt das Team realistisch, denn das Café Backstein ist für alle Beteiligten ein Nebenprojekt. Deshalb ist es zunächst auch nur donnerstags bis samstags ab 14:00 Uhr geöffnet. Am Donnerstag ist um 21:00 Uhr Schluss, am Freitag und Samstag um 22:00 Uhr.

Das Bücherregal bildet weiterhin das Zentrum des großen Gastraums. / Foto: Dominik Lapp
Familiär und bewusst unkompliziert
Der neue Betrieb ist stark familiär geprägt. Perfektion steht dabei nicht im Vordergrund. „Uns ist wichtig, dass es authentisch ist und von Herzen kommt“, sagen die vier neuen Betreiber. Auch die Einrichtung spiegelt das wider: persönliche Details, ein wohnlicher Charakter und ein offener Umgang mit Gästen sollen eine entspannte Atmosphäre schaffen. Im Zentrum des größeren der beiden Gasträume steht weiterhin das runde Bücherregal, an den Wänden finden sich jetzt teilweise – passend zu dem benachbarten Backsteinviertel und dem Namen des Cafés – Backsteine, und auch der Außenbereich wurde mit den roten Steinen neu gestaltet.
Wer genauer hinschaut, entdeckt im neuen Backstein viele kleine, liebevolle Details. Im Café finden sich Figuren von Tom und Jerry, an den Wänden hängen Bilder von Superman und Batman, und auch sonst gibt es einiges zu entdecken: kleine handgemalte Motive wie die Minions oder der Millennium Falke aus „Star Wars“ auf dem WC. Neben der Treppe sorgt ein Bild von zwei Mäusen, die Marshmallows über einer Kerze rösten, für ein augenzwinkerndes Detail. Diese verspielten Elemente unterstreichen den persönlichen Charakter des Cafés und laden Gäste dazu ein, immer wieder Neues zu entdecken.
Solche kleinen Kunstwerke sind im gesamten Café versteckt und wollen entdeckt werden. / Foto: Dominik Lapp
Kleine Karte mit klarer Linie
Kulinarisch setzt man im Café Backstein auf ein reduziertes Konzept. Im Mittelpunkt stehen Kaffee und Kuchen, ergänzt durch einfache, frische Speisen. „Kein klassisches À-la-carte-Angebot, sondern Kaffee, Kuchen und kleine Snacks“, erklärt der gelernte Koch Thomas. Außerdem stehen die beliebten Weine weiterhin auf der Karte. Neben vier verschiedenen Kuchen soll es künftig Wraps, Baguettes, Suppen und Stullen geben – darunter auch vegane Optionen. Eine Besonderheit: einfache Nutella-Brote. „Das ist so ein Kindheitsding – und die Nachfrage ist jetzt schon da“, verrät Gertie Pals. Zusätzlich sind immer wieder besondere Aktionen geplant, etwa Grillabende oder thematische Wochenenden.
Der Weg zur Übernahme
Die Idee eines eigenen Cafés begleitet Pals schon lange. Als im vergangenen Jahr klar wurde, dass das Backstein schließen würde, entstand die Chance, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Die Entscheidung fiel nicht sofort, sondern entwickelte sich Schritt für Schritt. „Irgendwann haben wir uns gefragt: Wollen wir das wirklich machen? Und am Ende haben alle gesagt: Ja, wir ziehen das gemeinsam durch.“ Es folgten Umbauten, Abstimmungen mit Behörden und organisatorische Herausforderungen. Die Eröffnung am 23. April erfolgte bewusst als „Soft Opening“, um Abläufe zunächst einspielen zu können.

Der Innenbereich wurde wohnlich umgestaltet. / Foto: Dominik Lapp
Viele Ideen entstehen erst im Austausch mit Gästen und Interessierten. Ob Kindergeburtstage, Ausstellungen oder Spieleabende – das Café Backstein soll sich mit der Zeit weiterentwickeln. „Wir wollen ausprobieren, was möglich ist, und schauen, was gut angenommen wird“, sagen die neuen Betreiber. „Wenn hier irgendwann jeder einfach auf einen Kaffee oder ein gutes Gespräch vorbeikommt, dann haben wir unser Ziel erreicht.“
Das war früher drin
Ursprünglich befand sich an der Natruper Straße auf der Ecke zur Artilleriestraße die Kneipe „Zum Mühleneck“. Darauf folgte von 1994 bis 2018 die Kultkneipe Oxmox mit texanisch-mexikanischer Küche und den berühmten Papas Bravas. 2019 eröffnete das Café@Work, das später seinen Namen in Backstein änderte und im August 2025 schloss. Jetzt soll die Gastrogeschichte unter diesem Namen weitergeschrieben werden.
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