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Startseite AktuellWie grün kann ein Airport sein? FMO: Ja!
AktuellFlughafen Münster/Osnabrück (FMO)Osnabrück

Wie grün kann ein Airport sein? FMO: Ja!

von Heiko Pohlmann 3. März 2022
von Heiko Pohlmann 3. März 2022
neue Ladestation am FMO
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Bei einem Flughafen, noch dazu einem Regionalflughafen, der viele Inlandsflüge anbietet, klingt bereits die Vorstellung komisch, dass dabei irgendetwas „grün“ sein sollte. Doch der FMO kann die Frage danach nicht nur lapidar mit einem „ja“ beantworten, sondern auch mit einem Umweltbericht – und der zeigt detailliert was alles geht.

Nicht ohne stolz präsentierte FMO-Chef Prof. Dr. Rainer Schwarz am Mittwoch (3. März 2022) was der Osnabrücker Heimatflughafen bereits geleistet hat und was noch alles passieren soll, bis 2030 das 2019 erklärte Ziel der Klimaneutralität erreicht werden kann.

Innerhalb von nur zehn Jahren, von 2009 bis 2019 konnte der FMO seine direkt beeinflussbaren CO2-Emissionen von jährlich mehr als 6000 Tonnen auf 2.680 Tonnen bereits mehr als halbieren. Doch im Folgejahr 2020 fiel dieser Wert auf dann bereits nur noch 241 Tonnen.
Ein radikal niedriger Wert, der natürlich unter dem Einfluss der Pandemie erzwungen wurde. Aber selbst wenn der Flugverkehr im ersten Jahr der Corona-Pandemie wie geplant weitergelaufen wäre, hätten unter dem Strich nur noch 520 Tonnen gestanden, wie die neue Umweltbeauftragte des FMO, Frauke Brundiek, erläuterte.

FMO will spätestens 2030 klimaneutral sein

Erreicht werden konnte dieser Wert vor allem durch den konsequenten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen für den Betrieb von Wärme- und Kälteanlagen, den Einsatz von Strom aus 100 Prozent regenerativen Energien und die sukzessive Umrüstung der speziell für den Flughafenbetrieb benötigten Geräte und Maschinen auf alternative Antriebsarten. Der FMO-Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Dr. Martin Sommer, begrüßte ausdrücklich das Engagement des Flughafens für Nachhaltigkeit: „Wir sind schon ein wenig stolz, dass der FMO sich das Ziel gesetzt hat und sicherlich auch erreichen wird, als einer der ersten Flughäfen in Deutschland bis spätestens 2030 seinen Betrieb klimaneutral durchzuführen.“
FMO-Chef Schwarz zeigte sich angesichts der vorliegenden Zahlen über die bereits erreichten Einsparmaßnahmen zuversichtlich, dass das für 2030 postulierte Ziel auch wohl „ein paar Monate früher“ erreicht werden könne.

Neues Gebührensystem fordert Airlines heraus

Prof. Schwarz betonte im Pressegespräch, dass nicht allein die vom FMO verursachten CO2 Emissionen im Fokus des Airport-Managements stehen. So habe man bereits vor zwei Jahren die Flughafengebühren mit einem Malus/Bonus-System für moderne und besonders emissionsarme Flugzeuge versehen. Zwar habe in den vergangenen Monaten vor allem die Pandemie im Fokus der Airlines gestanden, so Schwarz, aber mit der Normalisierung im Flugverkehr rechne man nun mit messbaren Effekten der neuen Gebührenordnung.

FMO-Geschäftsführer Prof. Dr. Rainer Schwarz (l.) und der Technische Leiter des FMO Eckart Frank (r.) bei der Vorstellung der neuen elektrobetriebenen Vorfeldfahrzeuge

FMO-Geschäftsführer Prof. Dr. Rainer Schwarz (l.) und der Technische Leiter des FMO, Eckart Frank (r.), präsentierten bereits 2019 eine Reihe von elektrobetriebenen Vorfeldfahrzeugen (Archiv Hasepost)

Zukünftig nur noch mit modernsten Jets vom FMO an den Urlaubsstrand

Dass das neue System der Flughafengebühren tatsächlich bald Wirkung zeigen könnte, erläuterte FMO-Pressesprecher Andrés Heinemann anhand der derzeit laufenden Routenplung der Charter-Airlines. So hätten bereits einige Airlines durchblicken lassen, den FMO in Zukunft nur noch mit ihren modernsten und schadstoffarmen Jets anzufliegen. „So gelingt es dem FMO einen wichtigen Impuls bei der Flottenplanung der Fluggesellschaften zu geben“, so Heinemann. „Wenn es in den kommenden Jahren zu Investitionsentscheidungen bei den Airlines kommt, dann werden an den Schadstoffausstoß gekoppelte Flughafengebühren eine wichtige Rolle spielen“, ist man sich in Greven sicher.

Auf der Kurzstrecke werden neue Antriebstechnologien zuerst kommen

„Mittelfristig“, so Professor Schwarz, „werden im Kurz- und Mittelstreckenverkehr neue Antriebssysteme eingeführt“. Die Flugzeuge, die in etwa zehn Jahren aktuell sein werden, fliegen auf innerdeutschen und vielleicht auch europäischen Routen mit Wasserstoff, elektrisch oder mit CO2-neutralen Treibstoffen, prognostiziert Schwarz.
„Der Flughafen München“, der für den FMO ein wichtiges Drehkreuz zu interkontinentalen Verbindungen ist, „wird dann aber immer noch nicht an das europäischen Schnellverkehrsnetz der Bahn angebunden sein“, so Schwarz.
„Dann werden die Karten für den Flugverkehr nochmals neu gemischt und man wird womöglich feststellen, dass Fliegen sogar deutlich klimafreundlicher ist als der Bahnverkehr“. Schwarz nannte in dem Zusammenhang auch die Emissionen und Umweltschäden, die der Bau einer Bahntrasse verursacht und die in einer Betrachtung aller anfallenden Emissionen zu berücksichtigen seien.

Fluggäste und Besucher „tanken“ am FMO gratis Strom

Auch Fluggäste und Besucher profitieren von den Bemühungen des FMO klimaneutral zu werden: Auf dem Parkplatz P1 wurden jetzt sechs Ladesäulen mit insgesamt 12 Ladepunkten installiert (siehe Titelfoto). Fahrzeuge, die diesen Parkplatz nutzen, können dort kostenfrei mit Ökostrom wieder geladen werden. Auch die im Flughafenbetrieb eingesetzten Fahrzeuge werden immer weiter auf elektrischen Antrieb umgestellt. Für den Einsatz auf dem Vorfeld wurde jetzt eine Flotte von Volkswagen E-Transportern angeschafft. Dazu arbeitet der FMO eng mit dem Münsteraner Volkswagen Nutzfahrzeuge Standort der Senger Gruppe zusammen.

Großflächige Solaranlage kommt auf das Parkhausdach

„Auch für das Jahr 2022 stehen wichtige Meilensteine auf dem Weg zum klimaneutralen Airport an“, sagte FMO-Geschäftsführer Prof. Dr. Rainer Schwarz. „Wir ruhen uns auf den bisher erreichten Ergebnissen nicht aus, sondern arbeiten konsequent an unseren Umweltzielen.“ Im Mai wird mit dem Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Parkhauses A begonnen. Pro Jahr wird mit einer Produktion von durchschnittlich 620.000 KWh am Airport gerechnet. Der erzeugte Strom wird maßgeblich im Eigenverbrauch genutzt.

FMO läßt sich unabhängig zertifizieren

Außerdem arbeitet der FMO aktuell an der ÖKOPROFIT-Zertifizierung. ÖKOPROFIT ist ein Kooperationsprojekt des Kreises Steinfurt zusammen mit der Handwerkskammer Münster, der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt e.V., der Effizienz-Agentur NRW und anderen Partnern. Der FMO hat sich das Ziel gesetzt, seine Umweltaktivitäten bis Mitte dieses Jahres zertifiziert zu bekommen.

Weitere große Projekte, die in diesem Jahr starten, sind die Umrüstung der kompletten Befeuerung der Start- und Landebahn und dieBeleuchtung der Parkflächen mit moderner und energieeffizienter LED- Technik.

FMO-Chef will Kritik am Flugverkehr nicht gelten lassen

Als Fazit erklärte Prof. Dr. Schwarz: „Der Infragestellung des FMO aus ökologischen Gründen ist spätestens mit dem heutigen Tag die rationale Grundlage entzogen worden. Ohne den FMO als klimaneutrale Infrastruktur reduziert man nicht den CO2-Verbrauch, sondern erhöht ihn sogar durch die dann längeren Anfahrtstrecken der Passagiere zu anderen Flughäfen mit ihren PKW.“

Auf der Internetseite des Flughafens unter www.fmo.de/green-airport sind alle Aktivitäten in Sachen Umweltschutz übersichtlich dargestellt. Auch der neue Umweltbericht kann dort heruntergeladen werden.

Mit Material des FMO.

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Heiko Pohlmann

Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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