# WHO: Keine klare Empfehlung zu Schlaf und Vitaminen gegen Demenz Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-06T14:47:04+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-06T14:47:04+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/who-keine-klare-empfehlung-zu-schlaf-und-vitaminen-gegen-demenz-775126/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Schlaf und Nahrungsergänzung: Warum die WHO hier keine Präventionsempfehlung gibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinie zur Vorbeugung von Demenz und geistigem Abbau aktualisiert. Dabei betont sie zwar die Bedeutung von ausreichendem Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung für die Gehirngesundheit, doch konkrete Empfehlungen zu Schlafstunden oder Nahrungsergänzungsmitteln fehlen. Wie t-online berichtet, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), warum das so ist. ## Schlaf schützt nicht pauschal vor Demenz Zwar können zu kurzer oder zu langer Schlaf sowie Schlafstörungen mit einem höheren Demenzrisiko zusammenhängen, doch eine bestimmte Schlafdauer, die vor Demenz schützt, lässt sich laut DGN aus den aktuellen Erkenntnissen nicht ableiten. Auch fehlen ausreichende Belege dafür, dass die Behandlung von Schlafstörungen das Risiko tatsächlich senkt. Die WHO betont dennoch, wie wichtig erholsamer Schlaf über die gesamte Lebenszeit ist. ### Ernährung ja, Nahrungsergänzung nein Bei der Ernährung mehren sich die Hinweise, dass eine frische, gemüse- und ballaststoffreiche Kost das Gehirn schützt. Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren rät die WHO jedoch nicht zur Demenzprävention, solange kein Mangel vorliegt. Solche Präparate können laut DGN sogar schädlich sein und eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. ### Schlaganfälle und HIV erhöhen Demenzrisiko Weitere Risikofaktoren für Demenz sind wiederholte Schlaganfälle, Kopfverletzungen oder HIV-Infektionen. DGN-Experte Özgür Onur erklärt, dass Schlaganfälle immunologische Veränderungen auslösen können, die verschiedene Erkrankungen nach sich ziehen. Dennoch sieht die WHO hier noch Forschungsbedarf für spezielle Präventionsmaßnahmen. Onur betont, dass Betroffene ihr erhöhtes Risiko kennen und Vorbeugung ernst nehmen sollten. ### Hormontherapie gegen Demenz ohne Beleg Auch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren könnten das Demenzrisiko beeinflussen, doch eine vorbeugende Wirkung einer Hormontherapie ist nicht nachgewiesen. Die WHO empfiehlt daher keine Hormontherapie zur gezielten Senkung des Demenzrisikos für Frauen ab 65 Jahren. Für jüngere Frauen reichen die Belege weder für eine Empfehlung noch für ein Abraten. Depressionen und unbehandelte Sehbeeinträchtigungen gelten ebenfalls als mögliche Risikofaktoren. Allerdings gibt es laut WHO keine ausreichenden Studien, die belegen, dass deren Behandlung Demenz verhindert. Dennoch betont die Organisation die Bedeutung einer frühen Erkennung und konsequenten Therapie für die allgemeine Gesundheit. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück