Am Donnerstag (4. Juni) ist Westfalentag in Osnabrück: Während in Nordrhein-Westfalen an Fronleichnam Feiertag ist, bleiben in Niedersachsen die Geschäfte geöffnet – und zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem benachbarten NRW nutzen die Gelegenheit für einen Einkaufsbummel in der Osnabrücker Innenstadt. Doch ausgerechnet an diesem traditionell umsatzstarken Tag könnte es in diesem Jahr zu Einschränkungen kommen.
Warnstreik im Einzelhandel angekündigt
Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte des Einzelhandels in Osnabrück am 4. Juni zum Warnstreik auf. Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Löhne“ sind eine Demonstration und eine Kundgebung geplant. Startpunkt ist ab 10:00 Uhr der Marktplatz in der Innenstadt. Von dort aus zieht ein Demonstrationszug durch die Innenstadt und endet anschließend wieder am Kundgebungsort.
Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligen sich Beschäftigte unter anderem aus Unternehmen wie H&M, Edeka, Kaufland, Marktkauf und Ikea. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Gerade am traditionell besonders gut besuchten Feiertags-Ausweichtermin könnte es in Geschäften zu längeren Wartezeiten und Einschränkungen kommen.
Ein Tag mit besonderer Bedeutung für den Handel
Der Fronleichnamstag gehört für den Osnabrücker Einzelhandel regelmäßig zu den stärkeren Verkaufstagen des Jahres. Viele Menschen aus Nordrhein-Westfalen nutzen den freien Tag, um jenseits der Landesgrenze einzukaufen. Die Innenstadt profitiert üblicherweise von zusätzlicher Frequenz und hoher Kaufbereitschaft. Genau an diesem Tag will Verdi auf die Situation der Beschäftigten aufmerksam machen – und den Druck in der laufenden Tarifrunde erhöhen.
Kritik an Arbeitsbedingungen und Tarifentwicklung
„Der Handel ist eine sehr bedeutende Branche mit sehr großen Konzernstrukturen und vielen Tausenden Beschäftigten. Die Handelsunternehmen haben damit eine große Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten und deren Arbeitsbedingungen“, sagt Gewerkschaftssekretär Maiko Schulz. Leider trügen immer mehr dieser Handelsunternehmen durch Tarifflucht oder auch ausbauende Privatisierungsmaßnahmen ihrer Filialstrukturen zur Abkoppelung der gesicherten Tarifstrukturen „aktiv zur Verschlechterung von Arbeitsbedingungen bei“, sagt Schulz weiter.
Nach Einschätzung der Gewerkschaft verschlechterten sich dadurch nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die persönliche Lebenssituation vieler Beschäftigter. Steigende Mieten und höhere Lebenshaltungskosten verschärften die Lage zusätzlich. „Die für den Handel wichtigen Fachkräfte mit vielfältigen Fähigkeiten brauchen deshalb eine zukunftsfähige und stabile Lohnentwicklung anhand unserer Forderungen und unserer Tarifverträge.“
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