# Wegner verzichtet auf erneute Spitzenkandidatur Datum: 10.07.2026 16:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/wegner-verzichtet-auf-erneute-spitzenkandidatur-731374/ --- CDU-Politiker reagiert auf Kritik nach Stromausfall und Falschaussagen Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird bei der anstehenden Abgeordnetenhauswahl am 20. September nicht erneut als Spitzenkandidat antreten. Dies geht aus einer aktuellen Erklärung des Politikers hervor, die er auf dem Kurzmitteilungsdienst X veröffentlichte. Damit reagiert Wegner auf anhaltende Kritik an seinem Krisenmanagement während des großflächigen Stromausfalls Anfang Januar sowie auf Vorwürfe wegen falscher Angaben zu seinem Verhalten an diesem Tag. Wie die Berliner Zeitung berichtet, hatte der Landesvorsitzende der Jungen Union, Harald Burkart, zuvor öffentlich gefordert, Wegner möge auf eine erneute Kandidatur verzichten, um die Glaubwürdigkeit der Partei zu wahren. ## Wegners Lügen zum Stromausfall entlarvt Burkart betonte, Berlin brauche einen Kandidaten, „der in seiner persönlichen Integrität unangreifbar“ sei. Hintergrund der Forderung sind neue Erkenntnisse, die Wegners frühere Darstellungen widerlegen. So hatte der Bürgermeister zunächst behauptet, bereits um 8.08 Uhr am 3. Januar mit Telefonaten zum Stromausfall begonnen zu haben. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf gerichtlich erstrittene Auskünfte der Senatskanzlei berichtet, führte Wegner vor 12.45 Uhr jedoch keine dienstlichen Telefonate. ### Tennis statt Krisenmanagement bei Wegner Stattdessen kommunizierte er ausschließlich per Textnachrichten. Erst um diese Zeit telefonierte er mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Zudem geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor, dass Wegner nach diesem kurzen Gespräch zum Tennisplatz aufbrach. Das erste Telefonat mit dem Bundeskanzleramt fand erst am Abend statt. Wegner räumte in seiner Erklärung auf X ein, seine damaligen Aussagen „bis heute sehr zu bedauern“. ### CDU in Umfragen auf 17 Prozent abgestürzt Er habe vor 13 Uhr zwei Telefonate geführt und daneben überwiegend per Textnachrichten kommuniziert. Entscheidend sei für ihn, „aus Fehlern zu lernen und es künftig besser zu machen“. Die parteiinterne Debatte fällt in eine schwierige Phase für die Berliner CDU. Laut einer aktuellen Infratest-dimap-Umfrage kommt die Partei nur noch auf 17 Prozent und liegt damit hinter Linken, Grünen und AfD. Die Forderung Burkarts ist besonders bemerkenswert, da die Berliner CDU Wegner erst Anfang Juni mit fast 93 Prozent der Delegiertenstimmen offiziell zum Spitzenkandidaten gekürt hatte. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück