# Warum Deutsche gerne auf Gold setzen: Vermögensschutz, Altersvorsorge und was beim Verkauf gilt Datum: 09.05.2026 02:16 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/warum-deutsche-gerne-auf-gold-setzen-vermoegensschutz-altersvorsorge-und-was-beim-verkauf-gilt-711216/ --- Kein anderes europäisches Land hat mehr Gold in privater Hand als Deutschland. Rund 9.000 Tonnen liegen in heimischen Tresoren, Schließfächern und Schuhkartons unter Betten verteilt, in Barren, Münzen und Schmuck. Das entspricht fast dem Dreifachen der Goldreserven der Deutschen Bundesbank und mehr als 4,5 Prozent des weltbekannten oberirdischen Goldvorrats. Diese Zahlen sind kein Zufall. Sie spiegeln eine ausgeprägte Skepsis gegen staatliche Währungen, gespeist aus den wirtschaftlichen Traumata des 20. Jahrhunderts, und ebenso tiefe Überzeugungen wider, wonach der physische Besitz einen Schutz bietet, den kein Papierwert und kein Bankkonto ersetzen können. ## Wieso Gold bei uns eine besondere Rolle spielt Die Vorliebe der Deutschen für Gold hat historische Wurzeln. Nach zwei Währungsreformen innerhalb einer Generation (1923 und 1948) ist das kollektive Gedächtnis geprägt. Wer Gold nach dem Zweiten Weltkrieg hatte, konnte seine Lebensführung aufrechterhalten. Wer ausschließlich Bargeld oder Bankguthaben hatte, erlebte seine böse Überraschung. Diese Erfahrung hat sich über Generationen herumgesprochen und erklärt, weshalb das Sicherheitsbedürfnis beim Vermögensaufbau in Deutschland stärker ausgeprägt ist als in vielen anderen Ländern. Aktuelle Umfragen bestätigen diesen Trend. Rund 48 Prozent der Deutschen geben an, Gold vermittle ihnen ein Gefühl von Sicherheit, 42 Prozent vertrauen Gold mehr als herkömmlichen Papierwährungen. Selbst in den jüngeren Altersgruppen zeigt sich dieser Trend: Die Zahl der Goldkäufe bei den 18- bis 26-Jährigen liegt aktuell bei über 23 Prozent und damit bedeutend höher als in älteren Altersgruppen. Für diese Generation ist die Phase hoher Inflation nach 2021 die erste bewusste Geldentwertung, was sich natürlich auch in ihrem Anlageverhalten niederschlägt. ## Gold als Baustein der Altersvorsorge: Was sinnvoll ist und was nicht Gold eignet sich als Beimischung zum Vermögen, nicht als alleiniger Baustein der Altersvorsorge. Grund ist ein strukturelles Manko: Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Keine Zinsen, keine Dividenden, kein Mieteinkommen. Erträge gibt es nur beim Verkauf, wenn der Goldpreis gestiegen ist. Wer im Rentenalter regelmäßig bar ausgezahlt werden möchte, muss Gold also stückweise verkaufen. Das verlangt ein gewisses Maß an Planungsdisziplin. Als Puffer gegen Kaufkraftverlust hat sich Gold allerdings über sehr lange Zeiträume bewährt. Der Goldpreis stieg 2024 auf knapp 2.800 US-Dollar pro Feinunze, 2025 wurden erstmals wieder historische Höchststände jenseits der 4.000-Dollar-Marke erreicht. Wer heute vor zehn Jahren Gold gekauft hat, fährt hervorragend damit. Kurzfristig kann es aber auch deutlich rauf und runter gehen, weshalb Gold als Altersvorsorgebaustein nur für Anleger mit langem Zeithorizont und ausreichend anderen liquiden Mitteln geeignet ist. In der Portfoliotheorie wird häufig empfohlen, etwa fünf bis fünfzehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Wer Gold im Süden Bayerns kaufen oder verkaufen möchte, hat mit einem spezialisierten Goldankauf in München eine lokale Anlaufstelle für tagesaktuelle Bewertungen und transparente Ankaufspreise. ## Welche Goldformen sind für Privatanleger geeignet? Nicht jede Goldform eignet sich gleich gut für den Vermögensaufbau. Barren und Anlagemünzen haben sich bewährt, da sie annähernd am Goldspotpreis gehandelt werden und keine Aufschläge für Design und Seltenheit aufweisen. Wer in Deutschland Anlagegold (darunter fallen Barren und Münzen mit einem Feingehalt von mindestens 999 Tausendteilen) kauft, muss wie beim Goldschmuck keine Mehrwertsteuer entrichten. Beim Silber sind dagegen gleich 19 Prozent fällig, was die Renditechancen von vornherein drückt. Anlagemünzen von gutem Ruf sind etwa der 916 Tausendteile Gold enthaltende südafrikanische Krügerrand, der kanadische Maple Leaf mit 999,9 und der Wiener Philharmoniker mit ebenfalls 999,9. Diese lassen sich weltweit handeln und beim Verkauf leicht bewerten. Echtes Goldinvestments sind Goldbarren von Scheideanstalten wie Heraeus, Umicore oder Deutsche Bank. Sie haben eine Seriennummer und ein Zertifikat, die ihre Echtheit und Handelbarkeit garantieren. Goldschmuck enthält oft Legierungsmetalle, die den Feingehalt senken. So enthält ein Ring mit 585er Punze 58,5 Prozent Feingold, 750er Gold hat 75 Prozent. Schmuck ist als Anlage weniger geeignet, da beim Kauf Handwerkskosten eingepreist sind, die beim Verkauf nicht vergütet werden. Der Preis beim Verkauf richtet sich allein nach dem Materialwert. ## Was gilt beim Verkauf steuerlich? Die Besteuerung von physischem Gold ist für Privatanleger in Deutschland sehr günstig geregelt. Gewinne aus dem Verkauf unterliegen den privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG. Wer Gold länger als zwölf Monate hält, kann den Gewinn steuerfrei realisieren, egal wie hoch er ist. Diese Regelung gilt für Barren, Münzen und auch Goldschmuck gleichermaßen. Liegt die Haltedauer unter einem Jahr, gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgewinne pro Jahr. Übersteigt der Gewinn diese Grenze, ist der ganze Betrag mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern. Bei größeren Goldbeständen lohnt es sich also, Kaufzeitpunkte genau zu dokumentieren und Verkäufe so zu timen, dass die Jahresfrist eingehalten wird. Wer seinen Goldbestand kennen und im Bedarfsfall liquidieren möchte, sollte sich frühzeitig eine professionelle Bewertung einholen. Ein seriöser Ankäufer nennt den aktuellen Tageskurs, erhebt keine Prüfgebühren und macht ein unverbindliches Angebot. Wer mehrere Stücke gleichzeitig bewerten lässt, spart Zeit und erhält einen realistischen Überblick über den tatsächlichen Vermögenswert des eigenen Goldbestands, bevor über Halten oder Verkaufen entschieden wird. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück