# Warn-Apps in Ukraine und Russland gehackt Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-02T15:46:57+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-02T15:46:57+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/warn-apps-in-ukraine-und-russland-gehackt-773560/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Falsche Atom- und Chemiewarnungen sorgen für Verunsicherung in beiden Ländern. In der Nacht zum Montag haben Hackerangriffe auf offizielle Warn-Apps in der Ukraine und Russland für Aufsehen gesorgt. Zunächst verbreitete die ukrainische App „Air Alert“ fälschlicherweise Warnungen vor radioaktiver Strahlung in Kiew sowie vor Angriffen mit chemischen Waffen, wie n-tv und ZDFheute berichten. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte auf Telegram, dass die App möglicherweise kompromittiert worden sei, betonte aber, dass keine reale Gefahr bestehe. Medienberichten zufolge erschallten in einigen Regionen zudem Warnsirenen, und Nutzer wurden aufgefordert, keine Links in der App anzuklicken. Laut Focus wurden auch falsche Meldungen über eine angebliche Oreschnik-Rakete und Straßenkämpfe in Kiew verbreitet. Die ukrainische Regierungsorganisation Spravdi machte Russland für die Falschmeldungen verantwortlich, ohne jedoch Beweise vorzulegen. ## Russland meldet Cyberangriff auf Warn-App Wenige Stunden später meldete Russland einen massiven Cyberangriff auf seine eigene Warn-App, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Zivilschutzministerium berichtete. Den Angreifern sei es gelungen, Falschinformationen zu verbreiten, darunter eine gefälschte Nachricht über nukleare Sprengköpfe auf Drohnen. Die Webseite des Ministeriums war zeitweise nicht erreichbar. Die russischen Behörden machten keine Angaben zu den mutmaßlichen Tätern, verwiesen aber darauf, dass Warnungen auch über andere Kanäle wie Sirenen oder SMS verbreitet werden. ### Ukraine als möglicher Urheber der Cyberattacke Die zeitliche Abfolge der Angriffe ließ Spekulationen über einen möglichen ukrainischen Gegenschlag aufkommen, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf den Osteuropa-Experten Andreas Umland berichtet. Umland verwies darauf, dass staatliche russische Cyberkräfte wie die Einheit „Sandworm“ bereits in der Vergangenheit Angriffe auf ukrainische Infrastruktur durchgeführt hätten. Gleichzeitig hätten ukrainische Hacker in der Vergangenheit bereits falsche Luftalarme in Russland ausgelöst. Ob die aktuellen Vorfälle jedoch direkt zusammenhängen, bleibt unklar. ### Ukrainische Warn-App mit Millionen Nutzern betroffen Die ukrainische Warn-App wird laut Focus von rund 6,7 Millionen Menschen genutzt und war kurz zuvor aktualisiert worden, um Drohnenbewegungen in Echtzeit anzuzeigen. Das Team hinter der App arbeitete an der Wiederherstellung und der Implementierung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen. In Russland betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass staatliche elektronische Angebote ständig von Cyberangriffen bedroht seien, insbesondere durch den Fortschritt der Technik und künstlicher Intelligenz. ### Digitale Warnsysteme durch Falschinformationen gefährdet Die Vorfälle zeigen, wie anfällig digitale Warnsysteme für Manipulationen sind. Während einige Nutzer den Falschmeldungen keinen Glauben schenkten, äußerten andere Zweifel an der Sicherheit offizieller Warnkanäle. Die Behörden beider Länder riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf und betonten, dass echte Warnungen weiterhin über alternative Wege verbreitet werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück