# Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Merz meidet Wählerkontakt Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-03T20:16:38+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-03T20:16:42+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/wahlkampf-in-sachsen-anhalt-merz-meidet-waehlerkontakt-751161/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Kanzler zeigt sich abgeschottet – CDU und AfD im Endspurt Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Wahlkampf weiterhin auf Distanz zu den Bürgern. Wie der Spiegel berichtet, zeigte sich Merz bei einem Termin im Chemiepark Leuna gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) erneut hinter verschlossenen Türen und ohne direkten Wählerkontakt. Auch Fragen von Journalisten waren nicht zugelassen. Die dpa bestätigt, dass der Auftritt der beiden Politiker auf nur acht Minuten begrenzt blieb und sich auf Themen wie die Bedeutung der Chemieindustrie konzentrierte. Merz warnte dabei vor der AfD, die er als Bedrohung für EU, Binnenmarkt und Schengen-Raum bezeichnete. Zuvor war der Kanzler bereits in Mecklenburg-Vorpommern von Passanten als „Kriegstreiber“ und „Pinocchio“ beschimpft worden, wie der WDR berichtet. In Quedlinburg wurde sein Auftritt mit Schulze zudem durch Polizeisperren abgeschottet, um mögliche Störungen zu verhindern. ## AfD könnte stärkste Kraft werden Während die CDU im Wahlkampf auf Distanz zu Merz setzt, gewinnt die AfD in Umfragen an Zuspruch. Laut WDR könnte die Partei am Sonntag stärkste Kraft werden. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betont unterdessen, er wolle Briefwahl nur in Ausnahmefällen zulassen, etwa bei Operationen, wie das ZDF berichtet. In der Wahlarena von Radio Brocken, RTL und ntv wirft SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann der AfD vor, ein falsches Bild von Altersarmut zu zeichnen und Gesellschaftsgruppen gegeneinander auszuspielen. ### CDU streitet über Koalitionen nach der Wahl Innerhalb der CDU gibt es unterdessen Diskussionen über mögliche Koalitionen nach der Wahl. Im konservativen Kreisverband Harz kursiert ein Papier, das eine Zusammenarbeit mit der Linken ablehnt, wie der Spiegel berichtet. Ministerpräsident Schulze distanzierte sich jedoch von dieser Position und betonte, es handele sich um die Meinung eines einzelnen Parteimitglieds. Gleichzeitig deutete Schulze an, notfalls auch mit einer Minderheitsregierung weiterregieren zu wollen. Eine Zusammenarbeit mit AfD oder Linker Partei im Kabinett schloss er jedoch aus, wie das ZDF berichtet. ### CDU warnt vor Zusammenarbeit mit der Linken Die Debatte um mögliche Koalitionen wird durch ein zweites Papier befeuert: Bundestagsabgeordneter Sepp Müller und ostdeutsche Landesverbände der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft warnen vor einer Zusammenarbeit mit der Linken. Die SPD setzt unterdessen auf ihren Spitzenkandidaten Willingmann, der die Erfolge der schwarz-rot-gelben Koalition betont und die Partei als „Deich gegen die blaue Flut“ der AfD positioniert. ### Journalisten im Wahlkampf zunehmend bedroht Parallel zum politischen Ringen berichten Medien von einer Zunahme von Übergriffen auf Journalisten im Wahlkampf. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) verzeichnete mehr als 30 Vorfälle, vor allem im Umfeld von AfD-Veranstaltungen, wie die Süddeutsche Zeitung meldet. Betroffen seien knapp 50 Journalistinnen, TV-Teams und politische Influencer. Die Vorfälle reichten von verbaler Diffamierung bis zu körperlichen Angriffen, wobei rechte oder rechtsextreme Streamer und Medienaktivisten als Hauptverantwortliche genannt werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück