# VW-Krise: Belegschaft fordert Klarheit bei Sparplänen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-25T14:46:33+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-25T14:46:33+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/vw-krise-belegschaft-fordert-klarheit-bei-sparplaenen-747298/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Betriebsversammlungen starten – Tausende Jobs und vier Werke in Gefahr Bei Volkswagen beginnt eine Serie außerordentlicher Betriebsversammlungen, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll. Wie die „Zeit“ unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, stehen Tausende Stellen und vier Werke des Konzerns in Gefahr. Die Arbeitnehmervertretung verlangt Klarheit über die angekündigten Sparmaßnahmen, die Konzernchef Oliver Blume als notwendig bezeichnet. „Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert“, zitiert die „Zeit“ Blume aus einem internen Interview. Die Lage sei „mehr als kritisch“, da die bisherigen Einsparungen nicht ausreichten, um die Zukunft zu finanzieren. ## 50.000 Stellenstreichungen: Deutschland besonders betroffen Das „Manager Magazin“ berichtet, Blume habe bei der ersten Versammlung in Wolfsburg betont, dass etwa die Hälfte der weltweit zu streichenden 50.000 Stellen auf Deutschland entfallen könnte. Diese Zahl sei jedoch keine Zielgröße, sondern eine theoretische Rechengröße, abgeleitet von den aktuellen Kosten. Der Konzern liege rund 30 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen. Blume verwies auf geopolitische Risiken, Handelsbarrieren und den harten Wettbewerb als Gründe für den Spardruck. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte indes die mangelnde Transparenz: „Mit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, lässt sich nicht arbeiten.“ ### Mitarbeiter kritisieren desaströse Vorstandskommunikation Laut „Welt“ zeigt eine interne Umfrage, dass die Belegschaft die Kommunikation des Vorstands scharf kritisiert. Die Top-Fragen im Intranet thematisieren Verunsicherung und mangelndes Vertrauen in die Konzernführung. Eine der am häufigsten unterstützten Fragen lautete: „Die Mitarbeiter und deren Familien der Volkswagen AG sind verunsichert und verängstigt wegen der desaströsen Kommunikation nach außen durch den Vorstand. Wann endet diese Art und Weise der Kommunikation?“ Auch die Sparpläne selbst werden hinterfragt, da viele Beschäftigte bezweifeln, ob Einsparungen allein die Wettbewerbsfähigkeit sichern können. ### Werksschließungen nur als letzte Option geplant Blume betonte, dass Werksschließungen „immer die letzte und teuerste Lösung“ seien. Für die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm gebe es derzeit keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre, wie das „Manager Magazin“ zitiert. Der Konzern wolle jedoch in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte erarbeiten. Bis Ende August sind neun Betriebsversammlungen an verschiedenen Standorten geplant, bei denen der Vorstand die Pläne erläutern soll. ### Autobranche in der Krise: VW kämpft um Rendite und Zukunft Die Krise bei Volkswagen ist Teil einer branchenweiten Herausforderung, wie Blume betont. US-Zölle, der Einbruch des chinesischen Marktes und massive Regulierungen belasten die gesamte Automobilindustrie. Der Konzern habe bereits gegengesteuert, doch die Rendite von 3,8 Prozent reiche nicht aus, um dauerhaft in neue Technologien und Standorte zu investieren. Die Belegschaft fordert indes konkrete Antworten, wie der Konzern bis 2030 zum attraktivsten Automobilhersteller werden und gleichzeitig das Vertrauen von Kunden und Mitarbeitern zurückgewinnen will. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück