# VW beschließt historischen Konzernumbau mit 50.000 Jobabbau Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-04T08:46:59+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-04T09:17:12+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/vw-beschliesst-historischen-konzernumbau-mit-50-000-jobabbau-751435/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Aufsichtsrat einigt sich auf Sanierungspaket – vier Werke ohne Folgebelegung Nach wochenlangem Ringen hat der Aufsichtsrat von Volkswagen ein umfassendes Sanierungspaket für den Konzern beschlossen. Wie der Spiegel berichtet, stimmte das Gremium einstimmig für den sogenannten Zukunftsplan 2030, der die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig sichern soll. Volkswagen-Chef Oliver Blume bezeichnete die Entscheidung als „starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns“. Laut n-tv soll das Paket Investitionen von 135 Milliarden Euro für die Jahre 2027 bis 2031 vorsehen – rund 30 Milliarden weniger als im vorherigen Fünfjahresplan. Ziel ist eine Rendite von neun Prozent bis 2030, was einem operativen Ergebnis von etwa 31 Milliarden Euro entsprechen würde. Über die konkrete Verteilung der Mittel muss der Aufsichtsrat jedoch noch abstimmen. ## VW streicht 50.000 Jobs weltweit Ein zentraler Punkt des Plans ist der Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen weltweit, darunter auch Managementpositionen. Zudem sollen die Werkskapazitäten in Europa um 500.000 Fahrzeuge jährlich reduziert werden. Besonders betroffen sind die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm: Für diese Werke kann laut VW ab 2031 bis 2034 keine wettbewerbsfähige Folgebelegung garantiert werden. Der Konzern prüft jedoch alternative Nutzungsmöglichkeiten. IG Metall und Konzernbetriebsrat betonen, dass keine Werksschließungen besiegelt seien und der Vorstand nun Lösungen für alle Standorte erarbeiten müsse, wie der Spiegel zitiert. ### VW reduziert Modellvielfalt um die Hälfte Neben dem Personalabbau sieht der Plan eine Verschlankung des Beteiligungsportfolios vor. Zuletzt hatte Volkswagen bereits Anteile am Schiffsmotorenbauer Everllence an die US-Beteiligungsgesellschaft Bain verkauft. Zudem soll die Modellpalette bis 2035 um die Hälfte reduziert werden, insbesondere durch den Ausstieg aus Verbrennern und selten verkauften Modellen. Die Komplexität der Produktion soll durch den Einsatz einheitlicher Teile um 75 Prozent sinken, um Kosten zu senken. ### VW reformiert Führungsstrukturen und Prozesse Auch die Führungsstruktur wird reformiert: Eine schlankere Hierarchie und ein einheitliches Bonussystem für Führungskräfte sollen die Effizienz steigern. Zudem will Volkswagen die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Produktion und Vertrieb enger gestalten, um Prozesse zu beschleunigen. Wachstumspotenzial sieht der Konzern vor allem im Nordamerika-Geschäft, wo unter anderem ein Pickup und ein SUV im US-Werk Chattanooga produziert werden sollen. ### VW-Gesetz: Ausgliederung der Kernmarke gestoppt Strittig war im Vorfeld die geplante Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen, die als Angriff auf das VW-Gesetz und die Mitbestimmungsstrukturen interpretiert wurde. Der Aufsichtsrat bat den Vorstand nun, ein Modell für eine „fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur“ zu entwickeln, wie n-tv berichtet. IG Metall und Betriebsrat werteten dies als Erfolg, da die Ausgliederung damit vom Tisch sei. Gleichzeitig soll der Aufsichtsrat seine Zustimmungsvorbehalte auf Maßnahmen von „wesentlicher Bedeutung“ für den Konzern beschränken. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück