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Startseite AktuellVon Osnabrück nach Griechenland: Forschungsteam untersucht Zwangsarbeit während der NS-Zeit
AktuellOsnabrückUniversität Osnabrück

Von Osnabrück nach Griechenland: Forschungsteam untersucht Zwangsarbeit während der NS-Zeit

von PM 28. März 2023
von PM 28. März 2023
Einsatz jüdischer Männer aus Thessaloniki bei der Zwangsarbeit an der Bahnstation Karya. Foto: Sammlung Andreas Assael
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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Osnabrück reisen für ihre Arbeiten nun nach Griechenland, um über die damalige Zwangsarbeit an der Bahnstation Karya aufzuklären. Auslöser dafür ist ein Fotoalbum, das erst vor wenigen Jahren Kriegsverbrechen deutscher Besatzer im griechischen Karya aufdeckte.

Andreas Assael, selbst Sohn von Holocaust-Überlebenden, konnte das Album sichern und hat es dem Projektteam an der Universität Osnabrück zur Verfügung gestellt, damit sie dieses Kriegsverbrechen aufarbeiten können. Die Fotos dokumentieren aus Sicht der Täter den Einsatz jüdischer Männer aus Thessaloniki bei der Zwangsarbeit an der Bahnstation Karya im heutigen Regionalbezirk Ftiotida im Jahr 1943. Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass die Überlebenden am Ende des Bauprojekts ermordet wurden.

Geforscht wird nun vor Ort in Griechenland. Am 25. März ist der Ausrüstungskonvoi von Osnabrück aus nach Griechenland auf dem Landweg aufgebrochen. Drei Tage später folgen der Rest des Teams und die teilnehmenden Studierenden mit dem Flugzeug.

Auf der Suche nach Massengräbern

Erste Recherchen haben wenige Dokumente aufgedeckt, in denen die Opfer Spuren hinterlassen haben und die Täter sichtbar werden. Ein zentraler Baustein des Projekts sind daher Untersuchungen, die von der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Konfliktlandschaften der Universität Osnabrück unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Rass vor Ort durchgeführt werden. Vom 30. März bis zum 6. April ist eine Gruppe von Wissenschaftlern und Studierenden der Universität in Griechenland, um im Umfeld des Bahnhofs Karya beziehungsweise des Baustellengeländes von 1943 nach Spuren der Zwangsarbeiter zu suchen und den Tatort zu dokumentieren. So wollen sie mögliche Massengräber lokalisieren, um so gegebenenfalls ein würdiges Gedenken zu ermöglichen. Leiden und Schicksal dieser Opfer von Holocaust und Besatzung in Griechenland soll nicht länger vergessen bleiben. „Das ist für uns ein sehr wichtiges Projekt“, so Rass, „die Aufarbeitung von deutschen Verbrechen aus der NS-Zeit beziehungsweise dem Zweiten Weltkrieg ist unser vorrangiges Forschungsfeld.“

Einsatz jüdischer Männer aus Thessaloniki bei der Zwangsarbeit an der Bahnstation Karya. Foto: Sammlung Andreas Assael

Ein Foto aus dem Album zeigt den Einsatz jüdischer Männer aus Thessaloniki bei der Zwangsarbeit an der Bahnstation Karya. / Foto: Sammlung Andreas Assael

Acht Studierende der Uni dabei

Die Forschungsgruppe begleiten dabei acht Studierende aus Osnabrück. Parallel organisiert das Dokumentationszentrum Zwangsarbeit ein Begegnungsprojekt, in dem weitere Studierende aus Osnabrück und von der Universität Thessaloniki gemeinsam in Griechenland forschen. „Das ist eine tolle Gelegenheit, Studierenden die Methodenketten unserer Forschung nahezubringen und zu zeigen, dass Geschichtswissenschaft mehr sein kann, als Aktenstudium in Archiven“, sagt Andre Jepsen, der für die geoarchäologischen Arbeiten vor Ort zuständig ist. „Wir führen magnetometrische Messungen durch und Arbeiten mit einem Bodenradar, erzeugen dreidimensionale Geländemodelle und hoffen so, Spuren der Ereignisse des Jahres 1943 im Untergrund ausmachen zu können.“

„Wir sind sehr gespannt auf Einblicke in Forschungen, bei denen wir nicht nur zuschauen, sondern an allen Untersuchungsschritten mitarbeiten können. Solche Möglichkeiten als Teil unseres Studiums nutzen zu können, sind eine große Chance, als Historikerinnen und Historikern außergewöhnliche Kompetenzen zu erwerben“, erzählt Studentin Johanna Schweppe.

Online berichtet das Forschungsteam tägliche über ihre Fortschritte.

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PM

Täglich erreichen uns dutzende Pressemitteilungen, von denen wir die auswählen, die wir für unsere Leser für relevant und interessant halten. Sofern möglich ergänzen wir die uns übermittelten Texte. Sofern nötig kürzen wir allzu werberische Aussagen, um unsere Neutralität zu wahren. Für Pressemitteilungen der Polizei gilt: diese werden bei Fahndungsaufrufen oder Täterbeschreibungen grundsätzlich nicht gekürzt.

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