# Viele Beschäftigte bezweifeln, dass sich Leistung im Job lohnt Datum: 28.07.2026 07:04 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/viele-beschaeftigte-bezweifeln-dass-sich-leistung-im-job-lohnt-736092/ --- Mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland ist der Ansicht, dass sich Leistung im Beruf grundsätzlich nicht lohnt. Das geht aus einer Onlineumfrage von Statista+ im Auftrag des „Spiegel“ hervor, an der 1.000 Erwerbstätige teilnahmen. Viele Beschäftigte zeigen demnach zwar eine hohe Leistungsbereitschaft, bemängeln aber fehlende Gegenleistungen, hohe Belastung und zu wenig Zeit für Familie und Freizeit. ## Große Skepsis gegenüber dem Lohn von Mehrleistung 39 Prozent der befragten Erwerbstätigen gaben laut Statista+ an, dass sich Einsatz im Job nicht auszahle, während 59 Prozent überzeugt sind, dass sich Anstrengung und Ertrag entsprechen. Wer selbst leistungsbereit ist, glaubt der Umfrage zufolge eher an diesen Zusammenhang. Die Befragung zeigt zugleich, dass viele Beschäftigte grundsätzlich bereit sind, sich stärker einzubringen. 44 Prozent der Erwerbstätigen erklärten, sie seien motiviert, mehr zu leisten, als formal erwartet wird; nur etwa ein Fünftel ist dazu wenig oder gar nicht bereit. Hauptbremse für zusätzliche Leistung ist demnach fehlende Gegenleistung: Knapp ein Viertel der Befragten nannte ausbleibende finanzielle Belohnung. Jeweils rund ein Fünftel verwies auf mangelnde Wertschätzung, die Beeinträchtigung der Lebensqualität oder zu wenig Raum für Freizeit und Familie. ### Qualität als Maßstab – hoher Druck bei Jüngeren Beim Verständnis von Leistung dominiert laut Statista+ der Blick auf Qualität und Sorgfalt: Für mehr als zwei Drittel der Befragten ist das entscheidend, bei den 55- bis 65-Jährigen sogar für 80 Prozent. Jüngere definieren Leistung breiter und bewerten Qualität seltener als zentral – bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 51 Prozent. Für viele gehören zudem Weiterbildung, Zusatzaufgaben und das Übertreffen von Zielen zum Leistungsbegriff. Gleichzeitig wird ein hoher Leistungsdruck beschrieben, besonders in den jüngeren Altersgruppen. 42 Prozent der unter 34-Jährigen berichteten, häufig oder stark unter Druck zu stehen. Frauen fühlen sich laut Umfrage stärker belastet als Männer. Als wichtigste Ursache für den Leistungsdruck nennen 45 Prozent der Befragten eine hohe Arbeitsbelastung, etwa aufgrund von Personalmangel oder Einsparungen. ### Wunsch nach weniger Arbeitszeit und Debatte um Viertagewoche In der Diskussion über Arbeitszeit deutet die Umfrage auf einen ausgeprägten Wunsch nach mehr „Zeitwohlstand“. Zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, bei den Jüngeren sind es sogar drei Viertel. Als Gründe werden vor allem mehr Zeit für Familie, Hobbys und Erholung genannt; Pflegeverantwortung spielt lediglich für eine Minderheit eine Rolle. Fast die Hälfte der Befragten hält die Viertagewoche für ein sinnvolles Zukunftsmodell, während 41 Prozent lieber bei der Fünftagewoche bleiben würden. Am beliebtesten ist das klassische Fünftagmodell mit festen Zeiten (27 Prozent), dicht gefolgt von einer Viertagewoche mit gleicher Wochenarbeitszeit (23 Prozent) sowie der Variante mit reduzierter Arbeitszeit (20 Prozent). Die Arbeits- und Organisationspsychologin Laura Venz von der Leuphana Universität Lüneburg interpretiert laut „Spiegel“ die Skepsis gegenüber Leistung „als Ausdruck von Verdrossenheit und mangelnder Wirksamkeitserfahrung, nicht als Faulheit“. Wer Reformen weiter mit der Annahme begründe, die Menschen würden „zu wenig tun“, verstärke eher den Zynismus, so Venz. Viele erlebten, dass sich Mehrarbeit angesichts von Inflation und Krisen nicht in einem besseren Leben niederschlage. Venz warnt zudem vor dem Modell, eine Vollzeitstelle auf vier Tage zu komprimieren: Der Achtstundentag sei evidenzbasiert – dauerhaft zehn Stunden oder mehr seien ungesund. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück