# Versicherung: Immer mehr Autofahrer wechseln zum Elektroauto Datum: 11.08.2026 10:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/versicherung-immer-mehr-autofahrer-wechseln-zum-elektroauto-741832/ --- HUK Coburg: Jeder achte Kunde tauscht Verbrenner gegen Stromer Im zweiten Quartal 2026 hat jeder achte Kunde der HUK Coburg, der sein Auto wechselte, einen Verbrenner gegen ein Elektroauto getauscht. Dies gilt sowohl für Neu- als auch für Gebrauchtwagen, wie die Versicherung mitteilt. Die Nachfrage nach Stromern steigt damit weiter an, auch wenn die Gesamtkostenrechnung für viele Käufer noch nicht vollständig aufgeht. Wie der Focus berichtet, sind Elektroautos zwar im Betrieb günstiger als Verbrenner, doch der Wertverlust bleibt ein entscheidender Nachteil. Laut einer Analyse der Gebrauchtwagen-Plattform AutoUncle verloren E-Autos des Jahrgangs 2022 im Schnitt 50 Prozent ihres Angebotspreises, während Benziner desselben Jahrgangs nur 33 Prozent einbüßten. Ein E-Auto mit einem ursprünglichen Preis von rund 52.300 Euro kostete vier Jahre später nur noch etwa 26.000 Euro, was einem monatlichen Wertverlust von rund 550 Euro entspricht. Bei Benzinern lag der Rückgang bei etwa 265 Euro pro Monat. ## Schnelle Technik drückt Werte gebrauchter E-Autos Experten führen die hohen Wertverluste unter anderem auf die schnelle technische Weiterentwicklung im E-Auto-Bereich zurück. Michael Gerstner vom Analyseunternehmen Bähr & Fess Forecasts erklärt, dass Fortschritte bei Akku, Effizienz und Ladegeschwindigkeit dazu führen, dass ältere Modelle schneller veralten. Dies drücke die Restwerte gebrauchter Elektroautos. Mads Noergaard von AutoUncle betont, dass E-Autos auch weiterhin schneller an Wert verlieren könnten, solange die Technik sich rasant weiterentwickelt. Gleichzeitig schrumpft das Angebot neuer Benzin- und Dieselmodelle, was die Nachfrage nach gebrauchten Verbrennern stabil hält. ### E-Auto-Anteil bei Neuwagen steigt auf über 40 Prozent Trotz der Wertverlustproblematik steigt die Nachfrage nach Elektroautos weiter. Laut Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR), ist der Anteil elektrifizierter Neuwagen in Deutschland im Juli 2026 auf 40,7 Prozent gestiegen, wobei reine Elektroautos 29,3 Prozent ausmachten. Dudenhöffer fordert daher ein Ende der staatlichen Kaufprämie für E-Autos, da diese den Markt verzerre und vor allem ausländischen Herstellern zugutekomme. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) sieht dies anders und plädiert stattdessen für eine Anpassung der Förderbedingungen, um die europäische Wertschöpfung zu stärken. ### Chinesische Hersteller erobern deutschen E-Auto-Markt Die Diskussion um die E-Auto-Förderung wird auch durch die aktuelle Marktentwicklung genährt. Chinesische Hersteller wie BYD verzeichnen starke Zuwächse: Im Juli 2026 stieg die Zahl der Neuzulassungen von BYD in Deutschland um 365 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Deutsche Hersteller verloren dagegen Marktanteile im E-Auto-Segment, wie Bratzel betont. Während die deutschen Konzernmarken im ersten Halbjahr 2026 noch 54,2 Prozent des Marktes für reine Elektroautos hielten, waren es im Vorjahreszeitraum 63,5 Prozent. ### Gebrauchtmarkt könnte Werteverlust von E-Autos bremsen Unabhängig von der Förderdebatte bleibt der Wertverlust ein zentrales Thema für Käufer von Elektroautos. Langfristig könnte sich die Situation jedoch normalisieren, da die Nachfrage nach gebrauchten Stromern steigt und das Angebot an günstigen Modellen wächst. Noergaard von AutoUncle geht davon aus, dass sich die Restwerte stabilisieren, sobald der Markt ausgereift ist und keine weiteren technologischen Quantensprünge mehr zu erwarten sind. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück