# Vermögensungleichheit in Deutschland leicht gesunken Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-20T00:52:17+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20T00:52:21+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/vermoegensungleichheit-in-deutschland-leicht-gesunken-745289/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland hat sich seit der Finanzkrise 2008 etwas verringert. Das zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), über die die "Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtet. ## Finanzkrise und Pandemie prägten die Entwicklung Während der Finanzkrise verloren vor allem Vermögende stark an Substanz. In den Folgejahren stiegen dank kräftigem Wirtschaftswachstum, steigenden Realeinkommen und ultraniedrigen Zinsen die Nettovermögen vieler Bürger – also die Summe aller Besitztümer abzüglich Kredite. Auch die Corona-Pandemie trug zunächst zur Vermögensbildung bei, weil die Menschen ihr Geld nicht in Gaststätten und Theatern ausgeben konnten, sondern anlegten. Die spätere Inflationsphase hob diesen Effekt jedoch wieder auf. Im europäischen Vergleich bleibt die Ungleichheit in Deutschland dennoch hoch. Ähnliche Muster zeigen sich in anderen einkommensstarken Ländern mit starkem Sozialsystem wie Skandinavien. Hier ist die Notwendigkeit, privat vorzusorgen, geringer als etwa in England oder den USA. Zudem werden finanzielle Ansprüche gegenüber Sozialversicherungen in den Statistiken nicht erfasst. Würden Rentenanwartschaften als Vermögen gezählt, wäre die Ungleichheit spürbar niedriger. ### Starke regionale Unterschiede zwischen Ost und West Besonders ausgeprägt sind die Differenzen auf regionaler Ebene: In den süddeutschen Bundesländern liegt das durchschnittliche Nettovermögen bei 442.100 Euro – mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie in Ostdeutschland mit 169.100 Euro. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Median: Im Süden sind es 189.000 Euro, im Osten knapp 36.000 Euro – ein Faktor von über fünf. Laut IW begann die private Vermögensbildung in Ostdeutschland erst 1990. Zudem trägt die geringe Wohneigentumsquote deutschlandweit zur hohen Ungleichheit bei. Statt Reiche stärker zu belasten, empfiehlt das IW, die breite Bevölkerung beim Vermögensaufbau zu unterstützen – etwa durch niedrigere Steuern und Gebühren beim Kauf von Immobilien. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück