# Verfassungsschutzchef warnt vor Ausbau zum „echten Geheimdienst“ Datum: 28.05.2026 07:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/verfassungsschutzchef-warnt-vor-ausbau-zum-echten-geheimdienst-716836/ --- Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, hat Forderungen nach zusätzlichen Befugnissen für den Inlandsnachrichtendienst scharf kritisiert. Angesichts jüngster Debatten warnte er vor Bestrebungen, den Verfassungsschutz in Richtung eines Geheimdienstes mit Exekutivrechten umzubauen und sah das Vertrauen der Bevölkerung in Gefahr. ## Kramer warnt vor Umbau zum „echten Geheimdienst“ Der Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, kritisiert die jüngsten Forderungen nach zusätzlichen Befugnissen für den Inlands-Nachrichtendienst deutlich. „Die wiederholte Forderung, den Verfassungsschutz zu einem `echten Geheimdienst` um- und auszubauen, irritiert mich zunehmend und macht mir Sorgen“, sagte Kramer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die nachweisbaren Erfolge des Dienstes zeigten, wie real, effektiv und echt er sei. Der Verfassungsschutz sei aber aus guten Gründen ein Nachrichtendienst und solle dies auch bleiben. Ein Geheimdienst schütze nach Kramers Darstellung die Obrigkeit vor der eigenen Bevölkerung, während der Verfassungsschutz die Grundpfeiler der Verfassung, die freiheitlich demokratische Grundordnung, schütze. Das sei ein völlig anderes und richtiges Selbstverständnis in einer Demokratie mit den historischen Erfahrungen Deutschlands, betonte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ zufolge. ### Trennungsgebot von Nachrichtendienst und Polizei Wenn neue operative Befugnisse Exekutivbefugnisse für den Verfassungsschutz sein sollten, sei dem klar zu widersprechen, so Kramer weiter gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es gebe ein erprobtes Trennungsgebot und eine entsprechende Aufgabenteilung mit der Polizei. Der Verfassungsschutz als Inlandsnachrichtendienst und Frühwarnsystem sei nicht als „Geheimdienst-Polizei“ konzipiert. Zur Gefahrenabwehr bei Gewalt sei in erster Linie die Polizei bestimmt. ### Cyberabwehr und Vertrauen der Bevölkerung Zwar bedürfe es beim Kampf gegen Cyberangriffe einer Nachschärfung und Aktualisierung, erklärte Kramer laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Wenn es aber darum gehe, Cyberangriffe aktiv zu bekämpfen oder zurückzuschlagen, wäre es nach seinen Worten zielführend, die Bearbeitung dieser Angriffe zu bündeln, indem Kompetenzen und Ressourcen sinnvoll an einer Stelle konzentriert würden. Die Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland obliege im Verteidigungsfall der Bundeswehr. Alles andere wäre eine Änderung der Aufgaben des Verfassungsschutzes und des Konzepts der wehrhaften Demokratie durch die Hintertür. Kramer bezweifelte zudem, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen solchen Verfassungsschutz sympathischer fände. „Mit solch missverständlichen Diskussionen wird in den letzten Jahren hart erkämpftes Vertrauen leicht und unnötig wieder verspielt“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück