# Verdi fordert europäische KI-Unabhängigkeit Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-03T01:32:10+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-03T01:32:15+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/verdi-fordert-europaeische-ki-unabhaengigkeit-773715/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Gewerkschaft Verdi dringt auf technologische Souveränität Europas in der Künstlichen Intelligenz. Verdi-Chef Frank Werneke warnt vor Abhängigkeiten von den USA und China und fordert eigene Cloudlösungen. Gleichzeitig sieht er den Arbeitsmarkt durch KI tiefgreifend verändert – mit Risiken und Chancen für Beschäftigte. ## Forderung nach europäischer Resilienz Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) fordert mehr Unabhängigkeit von KI-Herstellern in den USA und China. "Neben den Veränderungen in der Arbeitswelt geht es auch um technologische Unabhängigkeit hier in Europa", erklärte Verdi-Vorsitzender Frank Werneke gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Im Mittelpunkt stehe die Entwicklung europäischer Cloudlösungen, die weder der US-Regierung noch der chinesischen Regierung zugänglich sein sollen. Werneke betonte: "Deshalb ist eine eigene, europäische KI-Entwicklung auch so wichtig". Die Gewerkschaft sieht darin einen zentralen Baustein für die technologische Souveränität Europas. Als Beispiele für betroffene Bereiche nannte Werneke "bei den Banken, den Versicherungen, den Telekommunikationsunternehmen, im Bereich der Callcenter, bei IT-Unternehmen". Dort erlebe Verdi derzeit einen kontinuierlichen Abbau von Beschäftigung durch den Einsatz von KI. ### Arbeitsmarkt im Wandel Verdi beobachtet bereits jetzt Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt. "Wir beobachten in vielen Betrieben und Berufen einen Wegfall von Beschäftigung durch den Einsatz von KI", sagte Werneke. Besonders betroffen seien Branchen wie Banken, Versicherungen, Telekommunikationsunternehmen, Callcenter und IT-Unternehmen. Die Geschwindigkeit der Veränderungen überrasche selbst Experten: "Was wir auf jeden Fall feststellen, die KI verändert die Arbeitsrealität rasant – und vielleicht auch in einer Geschwindigkeit, die wir uns vor zwei, drei Jahren so noch nicht vorgestellt haben. Und so gut wie jeder Arbeitsplatz ist von dieser Veränderung betroffen". Trotz der demografischen Entwicklung, die viele Stellen neu besetzt, bleibt unklar, ob sich die Verluste durch KI-Einsatz ausgleichen lassen. Verdi will Kündigungen, die durch KI verursacht werden, "auf jeden Fall verhindern". "Wir brauchen Richtlinien, die festlegen, dass wesentliche Entscheidungen immer ein Mensch trifft und nicht die KI – zum Beispiel im Personalwesen", forderte Werneke. ### Chancen und Regulierungsbedarf Die Gewerkschaft sieht jedoch auch positive Aspekte der KI-Entwicklung. "Die Chancen bestehen für Tätigkeiten, die sich ständig wiederholen. Diese Routinen sind mitunter nicht das Spannendste bei einer Arbeit. Manche können durch KI ersetzt werden und bestehende Tätigkeiten dagegen aufgewertet und anspruchsvoller werden", erklärte Werneke. Repetitive Tätigkeiten könnten durch KI ersetzt werden, während andere Jobs anspruchsvoller würden. Dennoch bleibe die Frage, wie der Arbeitsmarkt insgesamt beeinflusst werde. Verdi fordert klare Regeln, um die Kontrolle über wesentliche Entscheidungen zu behalten. Die Gewerkschaft warnt davor, dass KI-Systeme etwa im Personalwesen zu viel Verantwortung übernehmen könnten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück