# Verdi fordert Ende der Befristungen in Wissenschaft Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-03T10:52:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-03T10:52:10+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/verdi-fordert-ende-der-befristungen-in-wissenschaft-773849/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes scharf. Rund 80 Prozent der wissenschaftlichen Beschäftigten seien befristet angestellt, was zu prekären Arbeitsbedingungen führe. Verdi fordert die Abschaffung der Sonderregeln für Befristungen in der Wissenschaft. ## Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung Vor der Anhörung im Bundestag zur Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Gesetzentwurf der Bundesregierung als fatale Botschaft an Wissenschaftler bezeichnet. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte, die Regierung sende damit das Signal: “Wir haben kein Interesse an verlässlichen Berufsperspektiven an deutschen Hochschulen”. Laut Gewerkschaftsangaben sind etwa 80 Prozent der wissenschaftlichen Beschäftigten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen befristet angestellt. Bühler erklärte, dass jahrelange Kettenbefristungen selbst für promovierte Wissenschaftler zur Regel geworden seien. Dies führe dazu, dass qualifizierte Kräfte das Wissenschaftssystem verließen. ### Forderungen nach unbefristeten Perspektiven Verdi kritisiert, dass der Gesetzentwurf nur geringe Verbesserungen enthalte und hinter den Plänen der vorherigen Regierung zurückbleibe. Sylvia Bühler forderte: “Es muss klargestellt werden, dass Promovierte nicht mehr in einer Qualifikationsphase sind. Sie müssen im Regelfall dauerhaft angestellt sein”. Zudem bemängelt die Gewerkschaft die unveränderte Tarifsperre, die bessere tarifliche Regelungen verhindere. Die Bundesregierung unternehme nichts, um die massenhaften Befristungen einzudämmen, wolle aber gleichzeitig sachgrundlose Befristungen ausweiten. ### Folgen prekärer Beschäftigung Laut Studien verzichten befristet Beschäftigte häufig darauf, Eltern zu werden oder im Betrieb Kritik zu äußern. Sylvia Bühler bezeichnete diese Situation als "fatal". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück