# Verdi-Chef Werneke zieht rote Linien bei Sozialreformen Datum: 01.06.2026 07:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/verdi-chef-werneke-zieht-rote-linien-bei-sozialreformen-717957/ --- Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat zentrale Elemente des von der Regierung geplanten Reformpakets als nicht verhandelbar bezeichnet. Er warnte vor Einschränkungen beim Streikrecht, Verschlechterungen beim Kündigungsschutz sowie Einschnitten in Rentenregelungen und Arbeitszeit. Zugleich zeigte er sich gesprächsbereit, kündigte jedoch Proteste an, falls Reformen aus Sicht der Gewerkschaften zu Sozialabbau führen sollten. ## „Rote Linien“ bei Arbeitszeit, Rente und Kündigungsschutz „Für uns gibt es rote Linien, ganz klar“, sagte Frank Werneke dem „Handelsblatt“. Einschränkungen des Streikrechts oder des Kündigungsschutzes seien rote Linien. „Absolute No-Gos sind auch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, eine Absenkung des Rentenniveaus und eine Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit allein per Direktionsrecht der Arbeitgeber“, fügte Werneke hinzu. Die Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeber treffen sich am 10. Juni erstmals mit dem Kanzler, bis zur Sommerpause soll das Reformpaket der Regierung stehen. ### Gesprächsbereitschaft und Ankündigung von Protesten Werneke zeigte sich gesprächsbereit, kündigte aber zugleich Widerstand für den Fall an, dass rote Linien der Gewerkschaften überschritten würden: „Wenn der Begriff Reform nur eine Chiffre für Sozialabbau ist, dann wird es dagegen Proteste geben.“ Der Umfang der Aktionen hänge aber von der Gesamtkonstellation ab, also neben der Arbeitszeitregelung auch von Rente, Pflege, Kündigungsschutz und Gesundheitssystem. ### Kritik an höherem Renteneintrittsalter Eine Erhöhung des Eintrittsalters wäre für viele „eine Rentenkürzung durch die Hintertür – und das bei ohnehin niedrigem Rentenniveau“, sagte Werneke. Denn „Menschen über 55 haben auf dem Arbeitsmarkt weiterhin schlechte Vermittlungschancen, sie sind schlicht nicht gewollt.“ Zudem steige die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland seit mehreren Jahren nicht mehr, auch wegen Corona. „Das Argument, alle lebten länger und müssten deshalb länger arbeiten, stimmt also nicht.“ Auch hätten Geringverdiener nachweislich eine kürzere, sogar sinkende Lebenserwartung. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück