# Verbraucherzentrale Osnabrück zieht Bilanz 2025: Digitalisierung verändert die Beratung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-23T12:00:51+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-23T11:14:45+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/verbraucherzentrale-osnabrueck-zieht-bilanz-2025-digitalisierung-veraendert-die-beratung-759140/ Kategorie: Aktuell --- Ob untergeschobene Verträge, Ärger beim Glasfaserausbau oder betrügerische Online-Shops: Die Verbraucherzentrale Osnabrück bleibt für viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle. Auch 2025 war die Nachfrage nach unabhängiger Beratung hoch. Dabei zeigt sich eine Entwicklung: Immer häufiger suchen auch junge Menschen Unterstützung – insbesondere bei Problemen im digitalen Bereich. ## Verbraucherzentrale Osnabrück: Die Bilanz 2025 in Zahlen Insgesamt 6.530 Verbraucherinnen und Verbraucher wandten sich im vergangenen Jahr an die [Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Osnabrück](https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/beratungsstellen/beratungsstelle-osnabrueck-121458). Das Team führte 4.987 Beratungen durch. Besonders häufig ging es dabei um Fragen zu Kauf-, Werk- und Dienstleistungsverträgen, Telekommunikations- und Internetverträgen sowie um Probleme mit Reiseanbietern und Energieversorgern. Ein erster Kontakt entsteht häufig über das Beratungstelefon. Hier können Ratsuchende niedrigschwellig und kostenlos erste Fragen klären. Bei komplexeren Anliegen besteht die Möglichkeit, einen Beratungstermin vor Ort in der Beratungsstelle am Kamp 76 in Osnabrück, telefonisch oder digital zu vereinbaren. Auch diese Beratungen sind in vielen Fällen kostenfrei. Kosten entstehen nur dann, wenn eine anwaltliche Beratung erforderlich ist. ### Glasfaser und unseriöse Online-Dienste beschäftigen Verbraucher Ein Thema, das die Beratungsstelle auch 2025 besonders beschäftigte, war der Glasfaserausbau. Intransparente Vertragsbedingungen, verzögerte Anschlüsse und Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Kündigungsrechten sorgten bei Verbraucherinnen und Verbrauchern für Unsicherheit. Zunehmend beschäftigen die Beratungsstelle zudem unseriöse Online-Dienste. Dabei handelt es sich häufig um Anbieter, die für eigentlich kostenlose Dienstleistungen Geld verlangen. Betroffene bemerken oftmals erst nachträglich, dass sie einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen haben. ### Digitalisierung schafft neue Probleme Die zunehmende Digitalisierung stellt die Beratungsstellen dabei vor neue Herausforderungen. Betrugsmaschen und unseriöse Geschäftsmodelle verändern sich schnell. Besonders häufig sind weiterhin Beschwerden über Anbieter, die mit vermeintlichen Schufa-Einträgen, Inkassoverfahren oder anderen Konsequenzen Druck aufbauen. Auch kostenpflichtige Angebote rund um Nachsendeaufträge oder vermeintliche Rundfunkbeitrags-Dienstleistungen sorgen regelmäßig für Beratungsbedarf. „Das sind häufig frustrierende Beratungen, weil man nicht viel machen kann und die Unsicherheiten und Ungewissheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern perfide ausgenutzt wird“, berichtet Berater Hendrik Grabowski. ### Positive Rückmeldungen motivieren das Team Dass sich viele Themen im Beratungsalltag wiederholen, gehört für Grabowski zum Beruf. Umso wichtiger seien die Rückmeldungen der Menschen, denen die Verbraucherzentrale helfen konnte: „Wir bekommen häufig die Rückmeldung, dass wir einen Tag gerettet haben – dafür lohnt sich unsere Arbeit!“ Die Beratung bietet dabei nicht immer eine unmittelbare Lösung für jedes Problem. Häufig hilft bereits die unabhängige Einschätzung, um Unsicherheiten abzubauen, die eigenen Rechte besser zu verstehen und die nächsten Schritte planen zu können. ### Künstliche Intelligenz verändert die Verbraucherberatung Auch an der Verbraucherzentrale geht die Entwicklung künstlicher Intelligenz nicht vorbei. Dabei spielt KI sowohl für die Prävention als auch im direkten Kontakt mit Ratsuchenden eine zunehmende Rolle. Ein Beispiel ist der sogenannte [Fakeshop-Finder](https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/fakeshopfinder-pruefen-sie-ob-ein-onlineshop-serioes-ist-120177) der Verbraucherzentralen. Mit dem KI-gestützten Tool können Verbraucherinnen und Verbraucher Online-Shops überprüfen, bevor sie dort bestellen. Über ein Ampelsystem erhalten sie eine Einschätzung, ob ein Angebot möglicherweise unseriös ist. Die Nachfrage ist groß: Laut Jahresbericht 2025 wurde der Fakeshop-Finder allein aus Niedersachsen mehr als 420.000 Mal aufgerufen. Bundesweit verzeichnet das Angebot mittlerweile rund 14.500 Aufrufe täglich. Doch künstliche Intelligenz kann nicht nur bei der Aufklärung helfen, sondern stellt die Beratungskräfte auch vor neue Herausforderungen. „Wir haben mittlerweile häufig Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich mit KI Hilfe geholt haben und sich bei uns rückversichern wollen. Da merken wir immer wieder, dass die KI eben auch Fehler macht“, berichtet Petra Borgmann von der Beratungsstelle Osnabrück. ### Immer mehr junge Menschen wenden sich an die Verbraucherzentrale Mit den digitalen Herausforderungen verändert sich auch die Altersstruktur der Ratsuchenden. Während ältere Menschen weiterhin häufig mit Problemen aus dem analogen Verbraucheralltag in die Beratungsstelle kommen, wenden sich zunehmend auch jüngere Menschen an die Verbraucherzentrale. Gerade im digitalen Umfeld entstehen neue Unsicherheiten. Am Beratungstelefon spreche man inzwischen deutlich häufiger mit jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern als noch vor einigen Jahren, berichtet Grabowski. Borgmann betont deshalb, dass sich das Beratungsangebot ausdrücklich an alle Altersgruppen richtet: „Unser Angebot ist für alle. Es ist kostenfrei und bei anwaltlicher Beratung kostengünstig, es ist niedrigschwellig und schnell. Mein Rat an alle: Fragen kostet nix!“ ### Verbraucherzentrale Osnabrück setzt sich für Ernährung ein Neben der klassischen Verbraucherberatung engagiert sich die Verbraucherzentrale Osnabrück auch in verschiedenen Bildungs- und Präventionsprojekten. Welche Angebote umgesetzt werden können, hängt dabei unter anderem von der Finanzierung durch Bund und Land ab. In Osnabrück beschäftigen sich derzeit unter anderem zwei Projekte mit gesunder, fairer und bezahlbarer Ernährung. ### Ernährung an Schulen und Kitas im Blick Anette Liebner betreut bereits seit 1991 ein Projekt, das sich mit der Verbesserung der Verpflegung in Schulen und Kindertagesstätten beschäftigt. Aktuell unterstützt die Verbraucherzentrale Osnabrück mit dem Projekt „Food & School“ insbesondere den Dialog zwischen Küchen, Schulen und Schülerschaft. Ziel ist es, unterschiedliche Bedürfnisse zusammenzubringen und die Zufriedenheit mit dem angebotenen Essen zu verbessern. ### Projekt gegen Ernährungsarmut Mit einem weiteren, vom Bund finanzierten Projekt widmet sich Katharina Schaeffer dem Thema Ernährungsarmut. Dabei geht es um die Frage, wie Menschen auch mit wenig Geld gesund, ausgewogen und möglichst klimafreundlich essen können. Die Bildungsangebote richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – von Kindern über Eltern und Großeltern bis hin zu Studierenden und Menschen mit geringem Einkommen. Mit Vorträgen, Workshops und interaktiven Angeboten möchte Schaeffer zeigen, dass gesunde Ernährung nicht zwangsläufig teuer sein muss. Dazu gehören auch praktische Einkaufstrainings und Kochkurse, bei denen die Teilnehmenden lernen, wie sich mit einem begrenzten Budget leckere und ausgewogene Mahlzeiten zubereiten lassen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück