# Verbraucherschützer warnen vor Transparenz-Abbau im Lebensmittelrecht Datum: 14.07.2026 01:04 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/verbraucherschuetzer-warnen-vor-transparenz-abbau-im-lebensmittelrecht-732146/ --- Bundesverbraucherschützerin Ramona Pop warnt vor schweren Eingriffen in den Verbraucherschutz durch das neue Bürokratieabbaugesetz von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU). Anlass ist die geplante Streichung zentraler Transparenzregeln im Lebensmittelrecht sowie von Meldepflichten für Labore, die nach Ansicht von Pop die Informationslage für Verbraucher deutlich verschlechtern würden. Deutschlands oberste Verbraucherschützerin Ramona Pop sieht durch das neue Bürokratieabbaugesetz aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium erhebliche Risiken für den Verbraucherschutz. Die Vorständin der Bundesverbraucherzentrale sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Wer Transparenz abbaut, schwächt den Verbraucherschutz.“ Große Lebensmittelskandale hätten immer wieder gezeigt, dass Verbraucher frühzeitig erfahren müssten, wo Risiken bestünden und gegen Regeln verstoßen werde, so Pop gegenüber den Funke-Zeitungen. ## Geplante Änderungen im Lebensmittelrecht Hintergrund der Kritik ist die geplante Streichung wichtiger Transparenzregeln im Lebensmittelrecht sowie der Meldepflichten für Labore. Das Bundeslandwirtschaftsministerium plant, im Zuge eines eigenen Bürokratieabbaugesetzes die Veröffentlichungspflicht der Lebensmittelüberwachung ersatzlos aus dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch zu streichen. Bislang müssen Behörden die Öffentlichkeit informieren, wenn bei Kontrollen schwerwiegende oder wiederholte Verstöße gegen das Lebensmittelrecht festgestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel erhebliche Hygienemängel, verbotene Stoffe in Lebensmitteln oder Überschreitungen von Grenzwerten. Diese Veröffentlichungen würden mit der geplanten Neuregelung entfallen. ### Bedenken der Verbraucherschützerin Pop warnte vor den Folgen für Konsumenten. Wenn gravierende Verstöße in Lebensmittelbetrieben seltener öffentlich würden, könnten Verbraucher Risiken schlechter einschätzen und informierte Entscheidungen treffen, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Statt Informationen zu streichen, brauche es nach ihren Worten rechtssichere Regeln, damit Missstände transparent gemacht werden. „Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen mehr Transparenz, nicht weniger“, so Pop. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück